Mit der zweijährigen Kampagne "Erlanger Herzenssache - Gemeinsam für unsere Bäume", die unlängst gestartet wurde, will die Erlanger Stadtverwaltung über den Schutz und Erhalt des Altbaumbestandes und über Neupflanzungen im Stadtgebiet aufklären und die Menschen sensibilisieren, sich mit dem "Geschöpf" Baum zu beschäftigen und es zur eigenen Herzenssache zu machen.
Bäume machen Erlangen grün und lebenswert. Sie spenden Schatten, produzieren Sauerstoff, sorgen für bessere Luftqualität und reduzieren Lärm. In ihrer Vielfalt prägen die Gehölze die Stadtteile, steigern die Wohnqualität, erhöhen die biologische Vielfalt, fördern Erholung und sozialen Zusammenhalt und wirken sich positiv auf die Gesundheit aus, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Bäume seien wahre Alleskönner und trotzdem mache der Mensch ihnen das Leben oft schwer.
Bäume geraten demnach aus verschiedenen Gründen unter Druck: Der Klimawandel sorgt für trockene Jahresverläufe und heiße, dürre Sommerperioden, die insbesondere die Baumarten Birke, Erle, Kiefer und Hainbuche schädigen. Gerade in der Innenstadt liege ein hoher Nutzungsdruck auf den Flächen, denn viele Menschen wollen auf engem Raum leben und arbeiten. Notwendige Veränderungen der Infrastruktur für Verkehr, Versorgungsleitungen und Neubauten, aber auch Baumkrankheiten würden Fällungen erforderlich machen.
Die Zahl der gefällten Bäume, die aufgrund ihres Umfangs und ihrer Höhe der Baumschutzverordnung unterliegen, sei in den Jahren 2015 bis 2017 angestiegen. Insgesamt wurden in den Jahren 2012 bis 2017 im gesamten Stadtgebiet rund 1300 städtische Bäume gefällt. Rund 1100 Bäume wurden nachgepflanzt. Die Differenz habe auch mit dem zeitlichen Abstand zwischen Fällung und Nachpflanzung zu tun. Häufig sei es auch schwierig, genügend Standorte für Nachpflanzungen zu finden. "Innenstädte sind wahre Stressstandorte mit begrenztem Raum für Wurzeln, verdichteter Erde, hohen Verkehrsbelastungen und extremem Mikroklima", erläutert Umweltbürgermeisterin Susanne Lender-Cassens (Grüne) die Probleme.
Die Stadtverwaltung reagiert auf diese Entwicklung. Für 2018 ist geplant, die Zahl der Baum-pflanzungen zu steigern. Insgesamt sind rund 200 Neupflanzungen geplant. "Wir werden uns dabei insbesondere auf die innerstädtischen Bereiche konzentrieren, wo es bisher eine negative Entwicklung gibt", sagt Lender-Cassens. Doch die Diskussion werde schwierig bleiben. Im hochversiegelten Innenstadtraum sei es extrem schwie-rig, geeignete Standorte für Neupflanzungen zu finden. "Wir dürfen nicht die dringend notwendige Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Verhinderung von übermäßigem Flächenfraß und das Thema Grün in der Stadt gegeneinander ausspielen", sagt Lender-Cassens. "Wir wägen sorgfältig ab und ringen um jeden Baum. Damit Erlangen weiterhin so grün bleibt, müssen wir alle miteinander daran arbeiten und gesunde Bäume zu einem Erlanger Herzensanliegen machen."
Unter der E-Mail-Adresse baumradar@stadt.erlangen.de können von Bürgern Vorschläge für Baumstandorte gemeldet werden. Die Abteilung Stadtgrün prüft dann, ob eine Pflanzung möglich ist (Eigentümerstruktur, Leitungen, Verkehrssicherheit, Baurecht usw.). red