"Die Leute mögen meine Bücher, oder sie mögen sie nicht." Die Zahl derer, die sich zu Helmut Vorndrans Fangemeinde zählen, scheint deutlich zu überwiegen, denn am Donnerstag, 24. September, stellt er auf Einladung der Buchhandlung Friedrich in der Kulmbacher Stadthalle seinen 10. Krimi vor. Ein Jubiläumskrimi, der auch eine Besonderheit birgt: "Alle Figuren mit tragender Rolle aus den vergangenen Bänden tauchen hier wieder auf", verrät der Schriftsteller. "Das Makarov-Puzzle" heißt der neue Fall, in dem Kommissar Haderlein & Co. in Sachen Klimaerwärmung und verschwundener Personen bis in die Fränkische Schweiz ermitteln - natürlich mit Unterstützung eines Ermittlerferkels.

Zugegeben, ein paar skurrile Ideen hat er schon, dieser Helmut Vorndran, das mag an seinem Vorleben als Kabarettist liegen. "Daher habe ich mich wohl auch für das Krimigenre entschieden", erzählt der Krimiautor. Auf Comedy und Nonsens habe er keinen Bock gehabt, und da erschien ihm der Krimi als die "Eier legende Wollmilchsau". "Aus einem Krimi kann man alles machen, da kann man am ehesten noch etwas schräg sein." Dennoch sei er im Herzen immer Kabarettist, weshalb es in jedem seiner Krimis auch um ein Hintergrundthema gehe, auf das er aufmerksam machen wolle.

Darüber hinaus gehe es ihm darum, seine schöne fränkische Heimat bekanntzumachen und zu zeigen. "Ich mag das Fränkische - ich bin hier aufgewachsen, ich wohne hier und werde hier wohl auch sterben", sagt Vorndran. In Franken gebe es so viele kleine Schätze, Personen wie Dinge, die Landschaft sei traumhaft und im Obermaingebiet zwischen Lichtenfels, Staffelstein und dem Itzgrund fühle sich der gebürtiger Rhöner sehr wohl. "Ich liebe diesen warmen, lustigen Menschenschlag", und landschaftlich kommt der passionierte Mountainbiker ebenfalls auf seine Kosten.

Und hat ein Helmut Vorndran auch selbst Leichen im Keller? "Jeder hat das. Aber ich gebe zu, dass es Leute gibt, bei denen ich mich gerne im Nachhinein entschuldigen würde." Seine tragenden Figuren haben allesamt reale Vorbilder, alle kennt der Autor persönlich. "Nachdem ich den ersten Krimi ,Alabastergrab' herausgegeben hatte, haben mich diverse Leute aus meinem Bekannten- und Freundeskreis gebeten, im nächsten Buch vorkommen zu dürfen. Im dritten Band wollten die meisten nicht mehr dabei sein", sagt der Autor und lacht. Natürlich habe man immer Hemmungen, wenn man an Grenzen stößt - diese Hemmschwelle sinke aber, wenn er sich über jemanden furchtbar aufrege. "Ich weiß zum Beispiel jetzt schon, dass diese Verschwörungstheoretiker in irgendeiner Form in meinem nächsten Buch vorkommen werden."

Die Idee zum "Makarov-Puzzle" verdankt Vorndran einer Verkettung unglücklicher Umstände. Eine Idee kam zur anderen, so entstand ein Fragment, "und beim Schreiben merkt man, ob die Geschichte trägt." Ausgangspunkt sei jedenfalls die Jungfernhöhle in der Fränkischen Schweiz gewesen. "Die Themen laufen mir zu, schon seit ich jung bin muss ich immer schreiben." Als Kind habe er die Pfarrbücherei leer gelesen und mit dem Schreiben begonnen. Heute wendet er viel Disziplin auf, denn jährlich liefert er einen Kriminalroman ab, und "mindestens 300 Seiten will ich meinen Lesern schon gönnen." Normalerweise gibt er im März sein Buch beim Verlag ab, macht im April Pause und beginnt dann mit dem Sammeln neuer Ideen. "Manchmal schreibe ich zehn Seiten am Tag, manchmal auch nur eine", verrät er. "Die größte Kunst am Schreiben ist das Streichen", sagt Vorndran. Auch wenn es weh tue, das habe er auf der Bühne gelernt. Auch der aktuelle Band bestand ursprünglich aus 400 Seiten, bevor er auf 300 Seiten gekürzt wurde. Vom Ergebnis müssen sich die Leser nun selbst überzeugen.