Am Donnerstag, 7. Juni, feiert Burgwindheim wieder sein großes Fest: die Wallfahrt zum Heiligen Blut. Sie geht zurück auf das Fronleichnamsfest des Jahres 1465. Am Ort, wo heute die Heilig-Blut-Kapelle steht, ereignete sich jener geheimnisvolle Vorgang, der heute noch vier- bis fünftausend Pilger nach Burgwindheim bringt, um dort die heilige Eucharistie zu verehren. Diese Wallfahrt ist im westlichen Landkreis die bedeutendste noch lebendige eucharistische Wallfahrt, berichten die Veranstalter.
Damals - es war beim dritten Altar - neigte sich die Monstranz, ohne dass eine besondere Ursache zu erkennen war, so dass die Hostie zu Boden fiel. Der Priester war, wie es in den alten Dokumenten nachzulesen ist, "nicht im Stande", die Hostie zu erheben. Erst Abt Burkard II. vermochte dies nach einer achttägigen Vorbereitung durch Gebet und Fasten. An der Stelle des Geschehens wurde zwei Jahre später eine Kapelle errichtet. Das Besondere: Der Ursprung der Wallfahrt, das Ereignis von 1465, ist auf einer Urkunde mit Unterschriften und fünf Siegeln der damals anwesenden Adeligen festgehalten und im Bamberger Staatsarchiv verwahrt.
Den Festauftakt bilden am Mittwoch, 6. Juni, um 21 Uhr die Eröffnungsmesse in der Heilig-Blut-Kapelle und anschließend ein Fackelzug sämtlicher Feuerwehren der Marktgemeinde durch den Ort. Das Pontifikalamt feiert wie in den Vorjahren Erzbischof Ludwig Schick am Donnerstag um 8.30 Uhr. Nach dem Festgottesdienst schließt sich die "goße Blutsprozession" mit vier Altären an. Stündlich finden an diesem Tag bereits ab 4 Uhr Gottesdienste in der Heilig-Blut-Kapelle statt. Nach der Andacht "Zum heiligen Blut" um 15 Uhr beschließt die "kleine Blutsprozession" den Festtag.
Drei Wallfahrten besuchen heute noch alljährlich die Wallfahrt zum Heiligen Blut: Die ersten Wallfahrer kommen aus Eltmann immer am Samstag nach Fronleichnam nach Burgwindheim. Ein weiterer Höhepunkt ist die Ankunft der Volkacher Wallfahrt, die am Samstag, 9. Juni, gegen 14.45 Uhr am westlichen Ortsrand von der Sakramentsprozession empfangen wird. Von 16.30 bis 17.30 Uhr ist in der Heilig-Blut-Kapelle Beichtgelegenheit. Das Pontifikalamt um 21 Uhr zelebriert Weihbischof Herwig Gössl, daran schließt sich die sakramentale Lichterprozession an.
Der Sonntag, 10. Juni, beginnt mit einem Sammelrosenkranz der Volkacher Wallfahrer um 6.20 Uhr und der Wallfahrermesse um 7 Uhr. Um 9.30 Uhr werden die Volkacher Wallfahrer wieder mit der Sakramentsprozession verabschiedet, gleich danach schließen sich der Festgottesdienst und die Totenehrung am Friedhof an.
Mit der dritten Wallfahrt aus Dingolshausen, die in der Heilig-Blut-Kapelle um 11 Uhr Gottesdienst feiert, klingen die Festtage vom Heiligen Blut zu Burgwindheim aus. red