Seinen ersten Termin bei einem CSU-Ortsverband im Landkreis hatte der neue Landrat Michael Ziegler in Obertheres beim Biergartengespräch. Kein Zufall: Der CSU-Landtagsabgeordnete Steffen Vogl wohnt in Obertheres.
Im lockeren Rahmen gaben der Landrat, Bürgermeister Matthias Schneider und MdL Vogel kurze Eingangsstatements. Der Landrat bezeichnete als größte Herausforderung der kommenden sechs Jahre die Sicherung der medizinischen Versorgung im Landkreis.
Große Sorgen mache ihm die angekündigte Gesundheitsreform; dabei werde sicher mehr gespart als die Finanzierung kleiner Landkrankenhäuser zu verbessern. „Schon jetzt liegt das Defizit pro Jahr bei über fünf Millionen Euro. Der Landkreis und die Städte und Gemeinden können nicht mehr zahlen“, sagte das neue Landkreisoberhaupt.
Aber auch die ambulante Versorgung bereite ihm Kopfschmerzen . „Wir brauchen zwei HNO-Ärzte im Landkreis, und keiner will zu uns“, beschreibt Ziegler die schwierige Lage, Fachärzte für den Haßbergkreis zu gewinnen. „Unser Gesundheitssystem ist krank.“
Ziegler mahnte, nicht die Kosten in den Mittelpunkt zu rücken, sondern die gute Versorgung der Menschen, auch im ländlichen Raum.
Angesprochen auf die langen Wartezeiten in der Führerschein- und Zulassungsstelle erläuterte Ziegler, dass bereits Abhilfe geschaffen wurde. „Wir haben drei Personen aus dem Amt in die Führerschein- und Zulassungsstelle abgeordnet, um den krankheitsbedingten Rückstand aufzuarbeiten.“ Insgesamt will der neue Landrat den Service- und Dienstleistungsgedanken im Landratsamt stärken. „Wir als Amt sind für die Bürger da – das sollen die Bürgerinnen und Bürger auch spüren“, sagte Ziegler.
Feuerwehrvorstand David Lotz berichtete von hohen bürokratischen Hürden bei der Genehmigung des Jubiläumsfestes im Mai und äußerte wörtlich, „dass man sich nicht wundern müsse, wenn Ehrenamtler keine Feste mehr durchführen.“
Ziegler sicherte zu, sich umgehend persönlich zu kümmern, denn das Vereinsleben und die Vereinsfeste würden die Dörfer lebendig halten. Er wolle, dass das Amt die Ehrenamtler als helfende Hand wahrgenommen wird und nicht als Belastung.
Bürgermeister Schneider erläuterte die Herausforderungen der Gemeinde in den nächsten Jahren. Er sprach die Ortsdurchfahrt von Horhausen, die Nutzung des Viehhofs, die Kindergartensanierung in Untertheres und die umfassende Dorferneuerung in Buch an. Beim Viehhof erläuterte Schneider, dass der Denkmalschutz zum Hemmschuh wird.
Vogel nahm Stellung zur Bundes- und Landespolitik und verwies auf die hohen, aber notwendigen Ausgaben, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes wieder herzustellen. „Die Ausgaben laufen dem Bund und dem Freistaat davon, und die Einnahmen stagnieren“, so Vogel. Deshalb müsse die kommunale Ebene damit rechnen, dass staatliche Förderungen nicht steigen, sondern eher sogar fallen. Es folgte eine lebhafte Diskussion mit den Gästen bis spät in den Abend. red