Günther Geiling

Die Haßberg-Kliniken mit ihren Häusern in Haßfurt und Ebern schreiben seit Jahren rote Zahlen. Der Landkreis Haßberge springt mit einem Betriebskosten-Defizitausgleich ein und unterstützt das Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken. Für das Jahr 2021 hat Kreiskämmerer Marcus Fröhlich für den Defizitausgleich 3,25 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt sowie weitere 1,1 Millionen Euro für das Defizit der Medizinischen Versorgungszentren. Der Ferienausschuss des Kreistages Haßberge beschloss die vorgeschlagene Ausgleichszahlung. Verschärft werden die finanziellen Probleme vieler Kliniken durch die Corona-Pandemie.

Angesichts der Zahlen sprach Landrat Wilhelm Schneider bei den Haushaltsberatungen im Ferienausschuss, der in Haßfurt tagte, von einer "gewaltigen Summe. Wir stehen hier weiterhin vor großen Herausforderungen und arbeiten auch strategisch an einer Weiterentwicklung unserer Haßberg-Kliniken, um das medizinische Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger auf optimalem Niveau zu halten und andererseits die wirtschaftlichen Verluste nachhaltig zu reduzieren."

Investitionen sind notwendig

Der Verlust mit einer Gesamtsumme von 4,35 Millionen Euro wäre den Angaben zufolge noch höher, wenn nicht der bayerische Staat mit dem Zuschuss für die Geburtenstation im Haus Haßfurt dem Landkreis unter die Arme greifen würde. So konnte das Kommunalunternehmen für 2020 rund 700 000 Euro in den Haushalt einstellen, und für dieses Jahr hat der Kämmerer einen Zuschuss in Höhe von 900 000 Euro eingeplant. Aufgrund angestiegener Geburtenzahlen im Haus erfülle man auch die Fördervoraussetzungen, sagte der Landrat .

Im Krankenhaus stehen wieder wichtige Investitionen im Raum. So soll der Operationstrakt aus den 1980er Jahren durch einen modernen und zeitgemäßen Neubau ersetzt werden. Die Planungen für eine wirtschaftliche Umsetzung der Maßnahme laufen schon; sie sind nach den Worten des Landrats bereits in das Krankenhaus-Bauprogramm aufgenommen und mittlerweile genehmigt worden, natürlich mit entsprechender Förderung durch den Freistaat Bayern. Allerdings müsse der Landkreis auch Ei-genmittel für das Millionenprojekt bereitstellen.

Immer wieder wird von den Kreistagsfraktionen und insbesondere von den Bürgermeistern zum Ausdruck gebracht, dass Kreis und Kommunen die Klinik-Defizite nicht auf Dauer tragen können. Die Strukturen der Haßberg-Kliniken und der Medizinischen Versorgungszentren müssten überprüft werden, lautet die Forderung. Aber es brauche auch Veränderungen in der Politik und eine bessere Finanzausstattung, um besonders die wohnortnahe stationäre Versorgung der Bürger auf dem Land zu gewährleisten, hieß es weiter dazu.

Im Ferienausschuss wurden die Leistungen auf medizinischem Gebiet unterstrichen. Der Landkreis unterstützt seit vielen Jahren den Betrieb der Haßberg-Kliniken, hat dafür gekämpft, dass die Geburtenstation erhalten wurde, und neue Fachbereiche wie die Akutgeriatrie in Haßfurt gebildet, die gut angenommen wird. Auch das Medizinische Versorgungszentrum mit seinen drei Ärztehäusern in Haßfurt und den Außenstationen in Eltmann, Ebern und Hofheim sorgt dafür, dass ein gutes Angebot an Fachärzten für die ambulante ärztliche Versorgung vorhanden ist.

Zu der finanziellen Situation wurde weiter mitgeteilt: Die Schulden der Haßberg-Kliniken hatten 2016 den Höchststand mit 19,67 Millionen Euro erreicht. Sie liegen derzeit bei 13,51 Millionen Euro.