Eine geführte Wanderung entlang der Wässernach mit Bernd und Angela Reinhard stieß auf großes Interesse.

„Die Wässernach – ein kleiner Bach mit großen Wundern“ – unter diesem Motto hatten die beiden im Rahmen des dritten bayernweiten Heimat-Erlebnistags zu einer geologisch-botanischen und historischen Wanderung eingeladen. Rund 60 Naturfreunde beteiligten sich an dem Aktionstag.

Nach dem Goethe-Zitat „Nur wo du mit den Füßen warst, bist du wirklich gewesen“, begann die Führung entlang der Wässernach mit dem Ziel, die Heimat gemeinsam zu erforschen und zu erleben.

Das Landschaftsschutzgebiet, in dem keinerlei Veränderungen erlaubt sind, erstreckt sich von der Quelle bei Reichmannshausen bis fast zur Mündung in den Main – zehn Kilometer lang.

Aus einer kleinen Sickerquelle, kaum sichtbar im Morast, entsteht durch verschiedene Zuflüsse ein kleiner Bach in einem groben Schotterbett. Eine Besonderheit, so erklärt Bernd Reinhard, sei das Verschwinden des Wassers in Trockenperioden, in denen das Wasser zum Teil unterirdisch weiterfließe.

Die Quelle des Schwedenlochs dagegen werde unterirdisch von einem Mineralwasserstrom, der von Bad Kissingen bis Knetzgau reiche, gespeist und der Quelltopf führe immer Wasser mit aufsteigenden Kohlensäureblasen.

Verschiedene Sagen erzählen, dass hier lagernde schwedische Soldaten um 1630 von Wülflinger Bauern in der Nacht überfallen und auf der Flucht hier ertrunken sein sollen – daher der Name.

Vom Dachsweg mit Steilufer zum leeren Bach ging es bis zur Brücke und über herrlich blühende Wiesen mit „Waldbaden“ zurück.

Das vielstimmige Vogelkonzert war eine wunderbare Begleitmusik. An den kleinen Seen hinter dem Sportplatz erklärte das Ehepaar Reinhard deren Entstehung mit Notbombenabwürfen angreifender Bomber, die bei Schweinfurt unter deutschem Beschuss ihre überzähligen Bomben abwarfen.

Die frohgelaunte und für die mit Geschichte und Geschichten bestens versorgte Wandergruppe erreichte nach fast drei Stunden wieder den Startpunkt.

Die vielfältigen Vorbereitungen hatten sich für alle gelohnt – und die Naturfreunde hoffen auf eine Wiederholung. red