Charlotte Wittnebel-Schmitz Ein Foto mit dem Smartphone ist schnell geschossen und an Familie und Freunde geschickt. Mit einfachen Mitteln lassen sich die Fotos deutlich verbessern.

Kerstin Junker, Fotografin aus Oberleichtersbach, hat für die Saale-Zeitung Fotos mit ihrem Smartphone gemacht. Blende einstellen, ISO und Belichtungszeit wählen: Das fällt beim Handy weg. "Das Handy stellt alles von alleine ein", sagt sie.

Der Praxistest in der Redaktion zeigt: Bei einem Handy ließ sich zwar der f-Wert für die Blende einstellen. Das Ergebnis war aber ein kaum wahrnehmbarer Unterschied.

Die Tipps, die die Fotografin gibt, sind für Profis selbstverständlich. Einsteiger jedoch können einiges lernen.

"Das Wichtigste ist das Licht." Bei einer Landschafts- oder Architekturaufnahme sollte man die Sonne im Rücken haben, um starke Farbkontraste zu schaffen.

Bei einem Porträt dagegen empfiehlt es sich, dass die fotografierte Person die Sonne im Rücken hat, weil sie sonst gegen die Sonne blicken und die Augen zusammenkneifen muss. Auch damit kein Augen- oder Nasenschatten im Gesicht entsteht, empfiehlt Junker in den Schatten zu gehen.

Das Mittagslicht eigne sich weniger. Besser sei die Zeit am frühen Morgen oder gegen Nachmittag. "Bis zehn Uhr morgens oder wieder ab 15 Uhr", empfiehlt Dieter Britz vom Fotokreis Rhönklub Münnerstadt. "Grundsätzlich gilt: Raus aus dem Gegenlicht", sagt er.

Nur wenn man das Funkeln des Wassers am Bad Kissinger Multimedia-Brunnen fotografieren wolle, dann sollte man gegen das Gegenlicht fotografieren.

Besonders gerne nutzt Britz die Panorama-Funktion. Aus vielen Einzelbildern setzt das Smartphone ein großes Panorama-Bild zusammen.

Locations zum Fotografieren

Kerstin Junker fotografiert gerne in Burgen und Schlössern. Sie nennt die Trimburg in Elfershausen, die Burgruine Botenlauben oder die Burg Schwarzenfels in Hessen, die etwa 12 Kilometer von Bad Brückenau entfernt liegt. In Hammelburg fotografiert sie manchmal beim Klostergarten oder beim Kellereischloss, auch Rotes Schloss genannt. Auch in der Natur finden sich viele Fotomotive, etwa auf der Anhöhe des Lindenstumpf bei Schondra oder am Basaltsee "Tintenfass". Tierfotos lassen sich im Wildpark Klaushof aufnehmen.

Für Porträtbilder biete sich der Gradierbau in Bad Kissingen an, sagt Junker. "Das Holz und die Treppen sind schön. Es gibt dort klare Linien", sagt sie. Wälder seien für Porträts weniger geeignet, da der Hintergrund eher unruhig wirke.

"Ein häufiger Fehler ist, wenn außenrum etwas stört." Deshalb prüft sie ihre Bilder auf Elemente, die vom eigentlichen Motiv ablenken.

Typische Fehler

Das könne ein Verkehrsschild sein, das nicht aufs Bild soll, ein Schatten einer Person, zu bunte Hintergründe, Autos, Zäune oder ein Baumstamm, der einer Person scheinbar aus dem Hinterkopf wächst (vgl. unser Beispielbild im Wald).

Der Goldene Schnitt ist eine seit der Antike bekannte Gestaltungsregel. Um sie anzuwenden, lassen sich auf dem Handy Rasterlinien einblenden. Das Hauptmotiv sollte nicht in der Bildmitte liegen. "Wir Mitteleuropäer sind es gewohnt nach unten rechts zu sehen", sagt Junker. Für den Goldenen Schnitt sollte das Hauptmotiv an den Schnittpunkten oder entlang der gedachten Linien platziert werden.

Grundsätzlich gilt, man muss sich nicht sklavisch an alle genannten Grundsätze halten: "Wenn man die Regeln kennt, darf man sie auch brechen."

Interessante Fotos entstehen, wenn der Fotograf das Smartphone auf Augenhöhe des Motivs hält (vgl. Bilder mit Hunden). "Von unten nach oben zu fotografieren ist eine Möglichkeit", sagt Junker. Oder: "Man kann sich auch mal hinlegen, um ein Foto zu machen."

Ein oft gewähltes Motiv sei es, wenn Personen vor einer Wand positioniert werden. "Menschen sollte man nicht vor irgendetwas stellen. Am besten für Hintergrundunschärfe möglichst nah an die Person rangehen", rät Junker. Zwar gebe es bei manchen Handys die Möglichkeit, Unschärfe im Hintergrund künstlich herzustellen. Das sei aber nicht das Gleiche, wie wenn man Abstand halte, findet sie.

Die Personen sollten zudem vollständig auf dem Bild abgebildet sein. "Mit allem was dazu gehört, auch mit den Füßen." Außer die Entscheidung fällt auf eine Porträtaufnahme.

Auch für Kinderfotos lassen sich Smartphones gut nutzen.

"Man sollte darauf achten, dass ein bisschen Bewegung dabei ist, dass die Kinder etwas spielen oder einen Ball in der Hand halten", sagt Britz. Ein Hauptfehler sei es, mit dem Smartphone, zu weit vom Motiv entfernt zu sein. "Am besten geht man möglichst nah dran."

Besser keinen Zoom nutzen

Die Zoom-Funktion der Handys empfiehlt Britz nicht. "Das bringt keine guten Ergebnisse." Für rund 20 bis 30 Euro erhalte man ein Vorsatz-Tele-Objektiv. "Das bringt brauchbare Ergebnisse", findet Britz. Sei aber nicht vergleichbar mit einer echten Kamera.