Werner Hahn will es wieder wissen. Nach sechs Jahren Pause greift der einstige oberfränkische Meister im Modellfliegen und derzeitige Vorsitzende der Segelfluggruppe Kordigast Burgkunstadt wieder in das Wettbewerbsgeschehen ein. Sein Comeback bei den "Bavarian Open", den bayerischen Meisterschaften im Modellfliegen, die auf dem Kaltenreuther Flugplatz bei Burgkunstadt Station gemacht hatten, missglückte. Nur der letzte Platz sprang für ihn heraus.
Der Altenkunstadter, der bis zu seiner Ruhepause 25 Jahre aktiv an Wettbewerben teilgenommen hatte, nahm es gelassen: "Mir geht es um den Spaß an der Freude. Mir war bewusst, dass ich bei meiner Rückkehr zunächst Lehrgeld bezahlen muss."


Gute Flugbedingungen

Insgesamt elf Fliegerasse aus ganz Bayern maßen sich in der ehemaligen Schuhstadt. Bei guten Flugbedingungen drehten die Modellflieger ihre Runden über der Anhöhe bei Burgkunstadt. Vor ein paar Tagen war hier noch ein starker Ostwind über das Gelände gebraust. "Bei solch widrigen Bedingungen lassen sich Modelle beim Landen schlecht steuern. Windböen drücken das Modell unweigerlich auf den Boden", erklärte Hahn. Bei seinem Comeback steuerte der Pilot vom Obermain ein Segelflugzeug namens "Solo Elektro". Dabei handelt es sich um ein Leistungsmodell, das eher für das Dauersegeln als für Wettbewerbe gedacht ist. "Mit einer Spannweite von 3,30 Metern und einem Gewicht von 4,5 Kilogramm hat es nicht die Idealmaße. Ein neues Modell wollte ich mir nicht mehr anschaffen, schließlich bin ich nicht mehr der Jüngste", gab Hahn offen zu.
Wegen seines hohen Gewichts lässt sich das Modellflugzeug auf der Ziellinie schlechter abbremsen als leichtere Maschinen. Bei den ersten beiden Flügen klappte es dank Gegenwind, doch die anderen zwei schlugen fehl. "Ich bin in diesem Jahr erst zweimal geflogen. Ich muss mich an die Masse und das Flugverhalten meines Segelfliegers erst noch gewöhnen", erklärte Hahn seinen Fehlstart.
Im Rahmen der "Bavarian Open" werden in diesem Jahr insgesamt neun Wettbewerbe geflogen. Um in die Wertung für die bayerische Meisterschaft zu gelangen, muss an mindestens vier Flugtagen teilgenommen werden. Das Fliegen in Burgkunstadt zählt aber auch für die oberfränkische Meisterschaft.


Es wird auf Zeit geflogen

Um gewertet zu werden, müssen oberfränkische Piloten an mindestens zwei Wettbewerben im Bezirk mitfliegen. Geflogen wurde in der Klasse F5B-J, in der es nicht auf die Strecke, sondern auf die Zeit ankommt. Zunächst muss nach exakt 180 Sekunden ein Tor durchflogen werden. Nach weiteren 180 Sekunden in der Luft ist eine zielgenaue Landung auf einer abgesteckten Linie zu absolvieren. Punktabzüge gibt es, wenn die Zeit unter- oder überschritten wird oder die Landung nicht zielgenau erfolgt.
Auf dem Siegertreppchen ganz oben landete Udo Brunner von der Modellfluggruppe Höchstadt an der Aisch mit einer Gesamtpunktzahl von 2979 Punkten. Hahn überreichte dem Piloten aus Mittelfranken, der in den vergangenen zwei Jahren bayerischer Meister geworden war, einen Pokal. "Mit meinem neuen Segler ,Odyssee‘ läuft es derzeit optimal", freute sich der Mittelfranke, der auch bei den "Bavarian Open" wieder vorne mitmischt. Ob es am Ende zum Hattrick langt, wird sich zeigen - schließlich stehen noch vier Wettbewerbe aus.