Lichtenfels —  Schon zum achten Mal organisierte das Meranier-Gymnasium für die Schüler der 8. Jahrgangsstufe einen sozialen Tag, der sich aufgrund der großen Schülerzahl auf zwei Tage erstreckte, damit die Schüler soziale Institutionen näher kennenlernen können.
Unter der Leitung des MGL-Mittelstufenbetreuers, Studiendirektor Matthias Bergmann, und der Sozialpädagogin Tina Müller von der St. Katharina-Schule sollte den Gymnasiasten ein konkreter Einblick in die sozialen Aufgabenbereiche unserer Gesellschaft gegeben werden. Dieser könnte in der 9. Jahrgangsstufe noch durch eine Entscheidung für ein freiwilliges soziales Schuljahr mit einem wöchentlichen zweistündigen ehrenamtlichen Dienst in einer gemeinnützigen sozialen oder kulturellen Einrichtung vertieft werden. Da sich in der Nähe des Gymnasiums mehrere Einrichtungen des Heilpädagogischen Zentrums der Caritas befinden, bot sich ein Informationsbesuch dort an. Die etwa 90 teilnehmenden Schüler verteilten sich in kleinen Gruppen auf einzelne Klassen und Gruppen der St. Katharina-Schule, Maximilian-Kolbe-Schule, Tagesstätte St. Anna, das Jugendwohnheim St. Michael, die Fördergruppe des Wohnheims St. Elisabeth, die schulvorbereitende Einrichtung und die Werkstätten St. Joseph, um mit den Menschen mit Behinderung, von den Vorschulkindern über die Jugendlichen bis zu den Erwachsenen in Kontakt zu kommen, Berührungsängste abzubauen und mit Vorurteilen aufzuräumen.
16 Gymnasiasten verbrachten einen Vormittag mit den Schülern der St. Katharina-Schule, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf begleitet. Von Anfang an herrschte ein gutes Verhältnis zwischen den etwa 14 Jahre alten Schülern des Gymnasiums und den zwischen 6 und 12 Jahre alten Schülern der Förderschule. Die Gymnasiasten machten von sich aus Vorschläge über mögliche gemeinsame Aktionen, sie gingen aber auch auf Wünsche der jungen Schüler ein. So spielten Sophie Rödel und Paul Hensler abwechselnd mit Nina, Alexander und Melvin das lustige Geschicklichkeitsspiel "Looping Louie", das den Schülern der Klasse D1a einen Riesenspaß machte. Aber auch andere Gesellschaftspiele wie das Brettspiel "Vier gewinnt" oder das Kartenspiel Uno waren beliebt. Auch eine Vorlesestunde war eingeplant. Die Achtklässler gingen dabei auf den Wunsch der Förderschüler ein und lasen ihnen anstatt der vorgesehenen Geschichte das bekannte Hans Christian Andersen-Märchen "Des Kaisers neue Kleider" vor.
In der Turnhalle hatten die Gymnasiasten einen großen Geschicklichkeitsparcours aufgebaut, bei dem die Schüler der Stütz- und Förderklasse verschiedene Hindernisse zu überwinden hatten und diese mit Bravour meisterten. Trotz der Kälte war man auch im Außenbereich aktiv und zauberte unter anderem mit Kreide Kunstwerke auf das Pflaster des Schulhofs. Eine andere 8. Klasse des Meranier-Gymnasiums besuchte die Fördergruppe des Wohnheims St. Elisabeth, in der erwachsene Personen betreut werden, die infolge schwerer geistiger, körperlicher und psychischer Behinderung oder starker Verhaltensauffälligkeiten nicht arbeitsfähig sind. Sie fuhren die Klienten mit den Rollstühlen herum, begleiteten sie beim Laufen, machten Übungen mit ihnen und spielten mit ihnen.


Vorurteile abgebaut

Bei einer Abschlussbesprechung wurden einhellig die positiven Eindrücke herausgestellt. "Die Schüler waren freundlich, nett, kommunikativ, höflich und dankbar, dass wir mit ihnen gespielt haben", fasste Paul Hensler den Grundton seiner Schulkameraden vom MGL zusammen. Marcel Spath stellte heraus, dass vorhandene Vorurteile abgebaut werden konnten.