Der ehemalige Amschler-Bereich soll abgerissen werden. Hier entsteht eine neue Wohnanlage. Im alten Feuerwehrhaus entstehen weitere Wohnungen. Die notwendige Zahl der Stellplätze gemäß der Garagen- und Stellplatzverordnung ist nachgewiesen. Ein Brandschutzkonzept ist noch vorzulegen. Auch die Thematik Schallschutz bedarf noch der Überprüfung durch das Landratsamt. Da baurechtlich seitens der Gemeinde Redwitz keine Einwände bestehen, wurde vom Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Innovations-Zentrum vorgestellt

Neben der neuen Wohnanlage bestimmten zwei Vorträge, die Vorteile für die Gemeinde Redwitz aufzeigen sollten, die Gemeinderatssitzung im Bürgerhaus. Zur Vorstellung des Innovations-Zentrums Region Kronach e. V. (IZK) und einem möglichen Beitritt der Gemeinde Redwitz begrüßte Bürgermeister Jürgen Gäbelein Hans Rebhan, Vorstandssprecher des IZK, und Hendrik Montag-Schwappacher, Geschäftsführer des IZK. Diese stellten als Zielsetzung des IZK die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Ansiedelung neuer Unternehmen und die Digitalisierung heraus.

Das IZK unterstütze die regionale Wirtschaft in verschiedensten Bereichen des Innovationsprozesses. Ziel sei, ein Knotenpunkt für Unternehmen, Schüler, potenzielle Gründer, Studierende, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu sein.

Ein Faktor für das Wachstum seien die zahlreichen Veranstaltungen, unternehmensspezifischen Projekte und die Möglichkeit zum gezielten Austausch. Bereits 67 Unternehmen rund um die Region von Sonneberg bis Kulmbach sind Mitglied im IZK und dessen Mitglieder genießen mannigfaltige Vorteile.

Was denn für eine politische Kommune bei einer Mitgliedschaft geboten werde, wollte Jochen Körner wissen. Unter anderem erfolge die Unterstützung beim Wohlergehen vor Ort sowie bei einer Ansiedelung, erklärten Geschäftsführer und Vorstandssprecher.

Bürgermeister Gäbelein zeigte sich überzeugt, dass eine Mitgliedschaft für die Gemeinde Vorteile bringe. Auch Alfred Leikeim erkannte Vorteile, die die Gemeinde daraus ziehen könne. Christian Zorn stand einer Mitgliedschaft offen gegenüber. Zur Abstimmung kam es jedoch noch nicht. SPD-Fraktionssprecher Jochen Körner wollte dieses Thema erst nochmals mit seiner Fraktion besprechen.

Zukunft im Glasfaser-Netz

Zum Thema "Breitbandversorgung" stellte Geschäftsführer Siegbert Reuther vom Ingenieurbüro Reuther NetConsulting die neue Bayerische Gigabitförderrichtlinie (BayGibitR) vor. Mit dem Kupfer-Telefonnetz, Koaxial-TV-Netz und Glasfaser-Netz gebe es im Gemeindegebiet Redwitz drei Netze in unterschiedlichem Ausbaugrad. Reuter sah die Zukunft im Glasfaser-Netz und sprach hier von einer Standzeit von 50 Jahren. Zugleich befand er Glasfaser als geeignete Basis künftiger Digitalisierung.

Die bayerische Förderung ermögliche jetzt eine flächendeckende Förderung in Gebieten, die schon über einen Breitband-, aber nicht über einen Gigabitanschluss verfügen, an dem zum Beispiel gewerbliche Nutzer einen besonders hohen Bedarf hätten. Auch private Nutzer profitierten von der Förderung. Der Freistaat fördere künftig nur noch Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude, mit dem Ziel einer Gigabit-Gesellschaft bis 2025.

Neben der bisherigen Förderung der Wirtschaftlichkeitslücke werden künftig auch kommunale Betreibermodelle ermöglicht. Der Fördersatz liegt bei 90 Prozent und einer maximalen Förderhöhe von 6000 Euro pro Adresse. Die Förderhöchstsumme beträgt für Redwitz acht Millionen Euro.

Zweck der Förderung ist der Aufbau von gigabitfähigen Breitbandnetzen im Freistaat Bayern mit Übertragungsraten von mindestens einem Gbit/s symmetrisch für gewerbliche Anschlüsse und mindestens 200 Mbit/s symmetrisch für Privatanschlüsse, die im Rahmen von Internetzugangsdiensten zuverlässig zur Verfügung zu stellen sind (Zielbandbreiten). Förderfähig sind in der Gemeinde Hausanschlüsse, die über noch keinen derartigen Breitbandanschluss verfügen. Dies betrifft voraussichtlich weitestgehend die Redwitzer Ortsteile, weniger den Hauptort. Für die hausgenaue Feststellung der Förderfähigkeit ist zunächst eine Ist-Erfassung durchzuführen, informierte Reuther.

Joachim Stefan vom gemeindlichen Baubüro informierte über den Bauantrag für die Errichtung der Wohnanlage Sonnenweg mit 18 barrierefreien Wohnungen, einem Aufenthaltsraum sowie Nebengebäuden für Müll und Fahrräder. Das Projekt wurde bereits in vorangegangenen Sitzungen inhaltlich aufbereitet.

Streit mit Anglerclub

Anschließend behandelte das Gremium den Einwand des Anglerclubs Lichtenfels-Staffelstein sowie die weitere Vorgehensweise bezüglich der Einleitung von Niederschlagswasser aus dem Gewerbegebiet Redwitz-Ost in den Buchgraben und der Durchführung von Gewässerausbaumaßnahmen am Buchgraben. Wie bereits bekannt, hat der Anglerclub Lichtenfels-Staffelstein verschiedene Einwendungen erhoben, denen - bis auf einen - durch Inhalts- und Nebenbestimmungen abgeholfen werden kann.

Der Anglerclub fordert eine zusätzliche Gewässeraufweitung mit einer Fläche von circa 150 Quadratmetern und einer Wassertiefe von etwa einem Meter. Hier soll ein Biotop mit Kleinfischen und Amphibien entstehen, das gleichzeitig einen Indikator der Wassergüte darstellt. Ferner kann sich dort Sediment absetzen und nach Bedarf entnommen werden, das ansonsten in den unterhalb liegenden Fischteich des Anglerclubs eingetragen würde. Die Gemeinde Redwitz hat per Beschluss die Forderung des Anglerclubs nach einer zusätzlichen Gewässeraufweitung abgelehnt. Diese hält der Anglerclub aber weiterhin aufrecht und hat angekündigt, gegen den zu erlassenden Bescheid Klage zu erheben, sofern die Errichtung der Gewässeraufweitung nicht als Auflage in den Bescheid aufgenommen wird. Nach Auffassung des Anglerclubs genügen die an den beiden Einleitungsstellen aus dem Gewerbegebiet in den Buchgraben vorgesehenen Bauwerke nicht, das ankommende Sediment vollständig zurückzuhalten, auch im Hinblick auf die zu erwartende künftige Erweiterung des Gewerbegebiets.

Nun droht eine Klage

Die Forderung der zusätzlichen Gewässeraufweitung kann seitens des Landratsamtes aufgrund fehlender fachlicher Unterstützung nicht in den Genehmigungsbescheid aufgenommen werden. In diesem Fall will der Anglerclub Klage gegen den Bescheid erheben, was den Abschluss des Verfahrens, das sich nun schon seit vielen Jahren hinzieht, nochmals auf unbestimmte Zeit verzögern würde.

Eine Möglichkeit, dies abzuwenden, wäre die Errichtung der Gewässeraufweitung durch die Gemeinde auf freiwilliger Basis. Der Bürgermeister war aber nicht bereit, die Kosten und auch die Folgekosten für die Pflege zu übernehmen. Seitens der Gemeinde seien bereits aufwendige Baumaßnahmen vorgesehen, die die Anforderung der Gewässerklärung erfüllten. Der Nutzen einer zusätzlichen Gewässeraufweitung sei nicht ersichtlich. Es werde ein klärender Erörterungstermin mit den zuständigen und verantwortlichen Fachstellen angestrebt.

Lukas Busch bemängelte, dass es im Gemeindegebiet an Mobilfunk fehle und fragte an, was angedacht sei. Hierzu wusste der Bürgermeister, dass die Gemeinde bei einer Aktion der Telekom, bei der man sich beworben habe, nicht berücksichtigt worden sei.