Bündnis 90/Die Grünen sind auch im Landkreis Kronach in erster Linier für die Nutzung von Dächern für Photovoltaik. Dennoch sehen sie beim Vorhaben, in den Bereichen Mitwitz und Ludwigsstadt im Landschaftsschutzgebiet Photovoltaikanlagen zu bauen eher einen Nutzen für die Natur.
Grünen-Vorsitzende Edith Memmel schlug beim Sonntagsfrühstück vor, dass der Umweltausschuss im Kreistag jetzt noch keinen Beschluss fassen solle, sondern die Untere Naturschutzbehörde alles noch einmal abwägt. Die Grünen ringen um einen Kompromiss. "Wenn unter den Photovoltaikanlagen Bienensaat ausgebracht werde, haben dann die Bienen dann nicht mehr davon?", fragte sie.
In Leutendorf bei Mitwitz werde die vorgesehene Fläche derzeit für Maisanbau genutzt, hier werde auch gespritzt. Es wurde kontrovers diskutiert, aber überwiegend die Möglichkeit gesehen, hier bislang intensiv landwirtschaftlich genutzte Fläche ökologischer auszurichten. Der Boden werde sich im Laufe der Zeit verbessern und die Anlagen seien irgendwann folgenlos abbaubar.
In Ludwigsstadt solle eine Fläche direkt an der Bahn für Photovoltaik genutzt werden. "Was ist hier schützenswert?", fragte Edith Memmel. "Unter dem Strich ist der Ökologie mit den Photovoltaikanlagen mehr gedient, als wenn alles so bleibt", stellte auch Kreisrat Matthias Rudolph fest. Es müsse auf öffentlichen Gebäuden mehr Solaranlagen geben, verlangte Elisabeth Hoffmann. Klaus Knorr widerstrebt es, in der Landschaft Solaranlagen zu bauen, wenn auf den Dächern noch so viel Platz ist. Knorr warb für den Solarstrom auf dem eigenen Dach auch für Private: "Es bringt die beste Rendite, die es gibt, in eigenerzeugten Strom zu investieren." Die Grünen wollen jedoch, dass bei den geplanten Solaranlagen die Bürger vor Ort beteiligt werden und Zinsen hier in der Region bleiben.
Mit einem Stand am Marienplatz wurde über den enormen Flächenverbrauch im Freistaat informiert. Mit einem Band wurde der Flächenverbrauch in Bayern in jeder Minute aufgezeigt. rg