Die Bamberger Grünen hatten sich schon gefreut. Kurz nachdem sie sich an vier Minister der Bayerischen Staatsregierung mit einem Appell gewendet hatten, kam vom Kultusminister ein positives Signal. Es ging um die Fahrradprüfungen in den vierten Klassen der bayerischen Grundschulen. Sie sollten wegen Corona abgesagt werden, was zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit führte. Der darauf folgende Bamberger grüne Appell - freilich in Verbindung mit den Grünen aus dem Landtag, mit dem ADFC, vielen Eltern und Schulleitungen - hatte Minister Piazzolo zum Umdenken bewegt, so dass er schon bald umschwenkte und die Prüfungen doch zuließ.

Doch sowohl der Kultusminister als auch die Grünen hatten die Rechnung offenbar ohne die oberfränkische Polizei gemacht, die für die Durchführung der Prüfungen zuständig ist. Überall werden die Viertklässler geprüft - nur in Oberfranken nicht.

Für Christian Hader, der den Appell aus Bamberg initiierte, und seine Kollegin im Landtag, Ursula Sowa, ist das komplett unverständlich, wie sie in ihrer Pressemitteilung betonen. Auch der verkehrspolitische Grünen-Sprecher im Landtag, Markus Büchler, setzt sich massiv dafür ein, dass bayernweit die Prüfungen stattfinden. Hader, Sowa und Büchler fordern ein Machtwort des Innenministeriums. "Schon pädagogisch ist für die Kinder eine abgeschlossene Prüfung und ihre persönliche Urkunde von hohem Wert. Und wenn von offizieller Seite empfohlen wird, Kinder erst nach solch einer Prüfung selbstständig am Verkehr teilnehmen zu lassen, dann kann man die doch nicht ohne Not so einfach ausfallen lassen." red