Bei der für dieses Jahr geplanten Inspektionsmaßnahme - 20 Kilometer Kanal und rund 900 Hausanschlüsse - sollen auch die im öffentlichen Grund liegenden Hausanschlussleitungen mituntersucht werden. So müssten öffentliche Abwasserkanäle nach den rechtlichen Vorschriften mindestens einmal in zehn Jahren einer TV-Inspektion unterzogen werden, informierte der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes (AZV) Thulba-Saale, Burkhard Oschmann, bei einem Ortstermin mit Oberthulbas Bürgermeister Mario Götz und Thomas Kirchner von der Abteilung Tiefbau. Die Maßnahme verschlinge rund 300 000 Euro, davon entfielen 110 000 Euro auf den Bereich des Marktes Oberthulba.

Neu sei jetzt, dass man auch den privaten Kanal (bis 20 Meter Länge) mituntersuchen lassen könne. Dafür berechne man 250 Euro und bekommt die Reinigung, TV-Untersuchung, Ortung, Dokumentationsbericht und einen digitalen Bestandsplan, so Oschmann. Im Bereich des Kanals, der untersucht werde, habe man alle 399 Grundstücksbesitzer angeschrieben und einen Rücklauf von 53 Interessierten erhalten, die das in Anspruch nehmen wollen, erklärte Thomas Kirchner.

"Die Technik hat sich hier enorm weiterentwickelt", freute sich Oschmann. Der Kunde bekomme nicht nur Informationen über den Zustand des Abwasserkanals, sondern auch über die exakte Lage, inklusive Tiefenortung. Vom Sitzungssaal in Oberthulba führte der Weg dann nach Thulba, wo die beauftragte Firma Barthel Umweltdienst mit der Inspektion zu Gange war.

Dennis Aguilocho und Sinan Berisa führen die Arbeiten mit dem Spezialfahrzeug aus. Die Untersuchungen werden in der Regel vom Hauptkanal aus mittels spezieller Reinigungs- und Kameratechnik durchgeführt. Gleichzeitig werden dabei der Zustand und der genaue Verlauf der Anschlussleitung erfasst und dokumentiert.

Eine Anwohnerin begründete ihr Teilnahme an der Aktion damit, dass ihr Mann mittlerweile verstorben sei und sie keine Ahnung habe, wo der Kanal entlang laufe. Irgendwann wolle sie schließlich das Haus geordnet übergeben. Entwässerungsleitungen müssten das Abwasser abführen, aber auch dicht sein. Auch bei einem Hausverkauf könne ein solcher Nachweis sehr wertvoll sein, argumentierte Oschmann. Er bezeichnete die Kosten für die Grundstücksbesitzer als moderat. Die Kunden seien mit dem Ergebnis zufrieden, hofft er auf einen Mitmach- und Nachahmungseffekt.