Die geplante Tank-und Raststätte bei Drossenhausen soll - wie im Vorfeld kommuniziert - den Namen "Lange Berge" erhalten. Dafür hat sich der Gemeinderat am Montagabend einstimmig und mit Nachdruck ausgesprochen. Der Anlass für diesen Beschluss ist ein Vorstoß des Landratsamtes Coburg. Demnach möchte Landrat Michael Busch, dass der geplante Neubau als "Rastanlage Coburger Land" bezeichnet wird. Dies stieß fraktionsübergreifend bei allen Gemeinderäten auf keinerlei Verständnis.
Matthias Korn (CSU) schüttelte mit dem Kopf: "Soll das jetzt schon Wahlkampf sein, dass der Landrat mit so einem Hirngespinst plötzlich um die Ecke kommt." SPD-Fraktionssprecher Michael Ehrmann bezeichnete die Aussage des Landrates als absolut lächerlich. Ehrmanns pfiffige Lösung dazu lautete: "Wir schlagen den Namen ,Lange Berge Meeder' vor und kommen dann entgegen, indem wir das Wort ,Meeder' weglassen."
Gerald Göhring (parteilos) sagte: "Wenn der Landrat so bürgernah ist, wie er tut, dann muss der Name ,Lange Berge' bestehen bleiben."
Wie Bürgermeister Bernd Höfer mitteilte, gab es bezüglich der Namensgebung des geplanten Großprojektes bereits ein Gespräch mit dem Landrat und den Fachbehörden sowie der Autobahndirektion Nordbayern. Höfer: "Wir haben keinen Konsens gefunden." Wie Höfer weiter ausführte, habe er sich bei den Bürgern umgehört und Meinungen eingeholt. Demnach soll die Rastanlage, wie dies von Beginn an kommuniziert wurde, den Namen "Lange Berge" erhalten. Höfer: "Es geht nicht um kleinkariertes Denken in der Gemeinde Meeder." Vielmehr seien die "Langen Berge" ein markanter landwirtschaftlich definierter Gebirgshöhenzug, der von Bad Rodach über Meeder, Eisfeld, Lautertal bis nach Rödental reicht. Die "Langen Berge" seien das Tor zum Rennsteig und zu Franken und weit über den Landkreis hinaus bekannt. Der Gebirgszug sei die höchste Erhebung im Landkreis und sichtbar bis zum Staffelberg im Süden und der Heldburg im Westen sowie zu den Ausläufern des Rennsteigs im Norden.
In der Namensbezeichnung "Lange Berge" sieht der Bürgermeister ein Alleinstellungsmerkmal, das historisch begründet ist. Höfer: "Es ist die einzige logische Namenswahl zum Standort."
Wie berichtet soll das Planungsfeststellungsverfahren zum Neubau Tank- und Rastanlage noch diesem Jahr eingeleitet werden. Das Vorhaben wird von der Autobahndirektion Nordbayern als prioritär eingestuft, da auf einer Länge von 173 Kilometern keine Rastanlage vorhanden ist. Laut Vorgabe sollen Rastanlagen mit Bewirtschaftung alle 60 Kilometer vorhanden sein und die Grundversorgung aller Verkehrsteilnehmer gewährleisten.
Dank eines ausgeglichenen Haushaltes kann die Gemeinde Meeder anstehende Investitionen ohne zusätzliche Kreditaufnahme stemmen. "Das ist ein sehr optimistischer Ausblick", so Höfer. Laut dem Bürgermeister flossen durch Zuschüsse höhere Einnahmen, demnach sprudelte die Gewerbesteuer. Demgegenüber standen geringere Ausgaben, wie Einsparungen bei den Personalkosten.


Meeder investiert in Straßen

Der Haushalt hat ein Gesamtvolumen von rund 13,6 Millionen Euro und ist um 4,5 Millionen Euro höher als im Jahr 2017. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt auf der Sanierung des 72 Kilometer langen Straßennetzes um die Gemeinde Meeder. Knapp 250 000 Euro sind demnach für die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraßen um den Ortsteil Sulzbach geplant. Im Jahr 2018 sollen die Brücken in Neida, Kleinwalbur und Großwalbur saniert werden. Weiterhin sind in den Haushaltsjahren 2018 und 2019 jeweils 60 000 Euro für die Sanierung der Verbindungsstraße im Ortsteil Kleinwalbur vom Gut bis zur Ortsmitte geplant. Weitere 661 000 Euro werden in die Feuerwehr investiert, u.a. in die Anschaffung zweier Fahrzeuge.
Schnelles Internet sollen Ottowind, Großwalbur, Neida einschließlich Alexandrinenhütte bis Mirsdorf sowie ein Solarpark und zwei Kläranlagen erhalten. Der Breitbandausbau erfolgt durch die Süc/dacor GmbH in den kommenden 12 Monaten.