Der alljährliche Faschingszug des Oberthereser Carnevalsvereins (OCV) ist ein Aushängeschild für die ganze Gemeinde. Um von den Zuschauern künftig kein Eintrittsgeld mehr verlangen zu müssen und somit den Umzug attraktiver zu gestalten, hatte der Verein die Gemeinde um einen Zuschuss von 3000 Euro gebeten. Doch auch wenn die Gemeinderäte dem OCV ein großes Lob zollten, konnten sie ihm die Förderung in der gewünschten Höhe nicht gewähren. Am Ende einer langen Debatte im Gemeinderat am Montagabend beschlossen sie, nur die Kosten für die Straßenreinigung zu übernehmen.
Denn die Förderrichtlinien für die Gemeinde sehen lediglich Investitionszuschüsse sowie Zuschüsse für laufende Kinder- und Jugendarbeit vor. Zwar hatten zunächst einige Gemeinderäte einen Zuschuss in welcher Höhe auch immer befürwortet. Zumal der Präsident des OCV, Karl Dotzel, in der Sitzung erklärt hatte, dass der Verein keinen Gewinn erziele. "Wir bezahlen vom Erlös aus den Eintrittsgeldern in Höhe von zwei Euro pro Person das Auswurfmaterial für alle Teilnehmer, die Gema-Gebühren, die Sicherheitskräfte und die Straßenreinigung", sagte er. "Der Rest der Einnahmen wird dann auf alle Teilnehmer verteilt."
Doch der Gemeinderat war der Meinung, dass auch weiterhin Eintrittsgeld erhoben werden sollte, um die Ausgaben zu decken. Denn er wollte keinen Bezugsfall für andere Vereine schaffen. "Wenn wir eine laufende Veranstaltung fördern, müssen wir alle Veranstaltungen fördern. Das wäre ein Fass ohne Boden", fasste Gemeinderat Joachim Türke zusammen. So wurde der Antrag des OCV abgelehnt und stattdessen beschlossen, die gesamten Kosten für die Straßenreinigung zu übernehmen.
Eigentlich hätte das Gremium auch über den Bauantrag der Gemeinde Theres zum Umbau des Wertstoffhofes in Obertheres abstimmen sollen. Denn aufgrund des Baus des neuen Feuerwehrgerätehauses muss der bisherige Wertstoffhof verlagert werden. Doch zum einen fand der Plan kein großes Gefallen und zum anderen muss aus Sicht des Gemeinderats erst die Zukunft der Wertstoffhöfe im Landkreis geklärt werden. "160 000 Euro für den Umbau sind viel Geld", äußerte sich Joachim Türke. "Wieso sollen wir diese Summe ausgeben, obwohl eine Entscheidung des Kreistags über die Einführung des gelben Sacks oder der gelben Tonne noch aussteht?", fragte er. So wurde der Antrag zurückgestellt und Bürgermeister Matthias Schneider (CSU) beauftragt, mit dem Kreistag Rücksprache zu halten.
Vor der Sitzung hatte das Gremium den Kindergarten in Untertheres besichtigt. Der Vorsitzende des Caritasvereins, Roland Klement, erläuterte dabei auch den Zuschussantrag der Katholischen Kirchenstiftung Untertheres. "Geplant ist die Schaffung eines Intensivraumes, der auch als Ruheraum genutzt werden kann, im jetzigen Büro, die Schaffung eines neuen Büros in einem Raum der anschließenden Wohnung sowie die Erarbeitung und Durchführung eines Fluchtwegekonzeptes und die Anbringung von Rauchmeldern", sagte er. Zu den voraussichtlichen Gesamtkosten von 22 764 Euro beantragt die Kirchenstiftung den bei Kindergärten üblichen Zuschuss von 80 Prozent. Dagegen hatte der Gemeinderat keine Einwände.
Beschlossen wurde auch die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das "Sondergebiet Solaranlage 2 Horhausen". Auf dem Grundstück möchte die Solarkraft Horhausen GmbH eine Solaranlage errichten. Die Antragstellerin, die Solarkraft Horhausen GmbH, übernimmt alle anfallenden Planungskosten und die eventuell notwendigen Erschließungskosten. Gemeinderat Uwe Stühler mahnte die Eingrünung der bestehenden Solaranlage an.


An anderer Stelle

Dazu erklärte der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Theres, Winfried Stark, dass das Landratsamt Haßberge dies geprüft habe. Demnach habe die Eingrünung auf der südlichen und westlichen Seite nicht auf dem Grundstück ausgeführt werden können, sondern sei auf einem anderen Grundstück in Obertheres realisiert worden. Zweiter Bürgermeister Manfred Rott bezweifelte, dass das Landratsamt die Forderung der Gemeinde einfach ignorieren könne, und bat den Bürgermeister nachzuhaken.
Dem in der Sitzung anwesenden Gesellschafter der Firma, Achim Graf von Beust, gab der Bürgermeister mit auf den Weg, an der bestehenden Solaranlage eine niedrige Bepflanzung vorzunehmen. Von Beust, der sich dies durchaus vorstellen kann, will dies mit den weiteren Gesellschaftern besprechen.
Bürgermeister Schneider teilte mit, dass die Umsetzungsbegleiterin der Allianz "Main & Haßberge", Marlene Huschik, am 1. Januar ihre Arbeit aufgenommen habe. Das nächste Projekt werde das ländliches Kernwegenetz sein, erklärte er.