Den Goldbergsee gibt es seit 110 Jahren, seit 100 Jahren kann darin gebadet werden. Eine Sprengung hatte 1912 zur unfreiwilligen Flutung des einstigen Steinbruchs bei Marktschorgast geführt. Aus heutiger Sicht eine glückliche Fügung.

Ob am Goldberg jemals nach dem wertvollen Metall geschürft wurde, ist unsicher, auch wenn eine Sage davon erzählt. Eine Goldgrube ist das Gelände mit seinem smaragdgrünen See, den Schwimmbecken und großzügigen Liegewiesen aber auf jeden Fall. Zehntausende pilgern im Sommer zu dem idyllischen Naturbad, um es sich gut gehen zu lassen.

Mehr als 1,3 Millionen Mark hat die Gemeinde 1998 in die Anlage investiert. In eine traumhafte Landschaft eingebettet, gehen hier Natur, Kultur und Sport eine gelungene Symbiose ein. Die solarbeheizten Nichtschwimmer- und Planschbecken und das Felsenbad Goldbergsee bieten Badespaß pur für Groß und Klein.

Der Goldberg ist aber nicht nur eine Oase für Sonnenanbeter und Badenixen. Er dient auch Kulturveranstaltungen als reizvoller Rahmen. Im August 1980 fand hier die erste Serenade mit Mitgliedern des Bayreuther Festspielorchesters statt. Zwölf Mal wurden diese Abende am See mit großem Erfolg unter der Leitung namhafter Hügel-Dirigenten wie Daniel Barenboim oder James Levine wiederholt. Nach jahrzehntelanger Pause wurden die einst legendären Serenaden wiederbelebt. Am Dienstag, 9. August, ist die zweite Taff-Festspielnacht des Teams aktiver Festspielförderer geplant. Solisten und Mitglieder des Orchesters der Bayreuther Festspiele präsentieren dann ein Open-Air-Programm mit Werken Richard Wagners.

Die Suche nach dem Gold

Der Name Goldberg wurde erstmals 1755 erwähnt. Eine Überlieferung des Lehrers Karl Hubert Kapitza lässt zumindest vermuten, dass hier irgendwann tatsächlich mal nach "schimmerndem Gestein" gegraben wurde - freilich vergeblich.

Im 14. Jahrhundert war Marktschorgast Sitz eines Blut- und Halsgerichts. Der Galgen soll in der Nähe des heutigen Sees gestanden haben. Von 1898 bis 1908 unterhielt die Bayerische Basaltbausteingesellschaft einen Steinbruch. 1909 hat diesen die Gemeinde Marktschorgast übernommen.

Das Jahr 1912 brachte schließlich das Aus für die Anlage. Nach einer Sprengung stürzten plötzlich große Wassermassen aus dem Felsgestein hervor, die den Steinbruch innerhalb kurzer Zeit fluteten. Während sich die Arbeiter in Sicherheit bringen konnten, versank ihr komplettes Handwerkszeug samt Schmalspurgleisen samt Roll- und Kippwagen in den Fluten. Besonders tragisch: Auch eine Kiste mit 25 Flaschen Bier soll angeblich mit weggespült worden sein.

Zehn Jahre später wurde der mit Wasser gefüllte Steinbruch bereits als Badesee genutzt. Ab 1927 gab es eine polizeiliche Vorschrift, nach der zum Beispiel Badende weiblichen Geschlechts einen Badeanzug, diejenigen männlichen Geschlechts eine Badehose zu tragen hatten.

Nach dem Bau eines Nichtschwimmerbeckens unmittelbar neben dem See wurde das Freibad ab 1935 zum Lieblingsplatz für Sommerfrischler. Immer mehr Sonnenanbeter und Badegäste, insbesondere aus dem Bayreuther Raum, strömten nach Marktschorgast.

Die Badesaison 2022 wird Bürgermeister Marc Benker an Christi Himmelfahrt eröffnen. Er kündigt an: "Zum hundertsten Geburtstag wird der Markt Marktschorgast für tolle Überraschungen sorgen."