Zu den Planungen rund um die Aurachtaltrasse: Nun ist es also raus: es gibt im Herzogenauracher Stadtrat eine "Gestaltungsmehrheit", und diese Gruppierung hat sich zu mehreren Themen geeinigt. Es ist erfreulich, dass dabei auch die Prüfung einer S-Bahn auf der Aurachtaltrasse Teil des gemeinsamen Programms ist. Die vier Parteien der "Gestaltungsmehrheit", also SPD, Grüne, FDP und die Partei, haben sich darauf geeinigt. Die CSU und die Freien Wähler haben sich schon immer für eine neutrale Überprüfung eingesetzt, jetzt spricht absolut nichts mehr dagegen, einen entsprechenden Antrag baldmöglichst einzubringen.

Was für eine Überraschung: Das Ergebnis einer Abstimmung müsste dann 31:0 sein.

Es muss das Ziel sein, für Herzogenaurach die beste Lösung zu finden, ohne Wenn und Aber - und so bald wie möglich. Aus den Parteiverhandlungen wurde bekannt, dass der Bürgermeister die Prüfung auf die lange Bank schieben will - bis Ende 2021. Doch es ergibt keinen Sinn, Handlungsalternativen in die weite Zukunft zu vertagen und bis dahin gegenläufige Fakten zu schaffen - nach dem Muster der Entwidmungen, mit denen die Aurachtaltrasse bereits nachhaltig beschädigt wurde.

Aktuell betreibt der Bürgermeister Ähnliches unter dem Stichwort "Radschnellweg nach Erlangen". Er will Teile der Aurachtal-Bahntrasse auf Erlanger Terrain asphaltieren und gleichermaßen für Müllzüge und Radfahrer nutzbar machen. Radfahrer können nur den Kopf schütteln: Für sie gibt es nichts Unfallträchtigeres als parallele Schienen. Außerdem ist dieses Projekt in der Vorstudie bereits abgeschlagen auf dem letzten von sieben Plätzen gelandet: Höchste Kosten, geringster Nutzen. Realisierungschancen damit gleich null.

Also, verehrte Stadträtinnen und Stadträte, bringen Sie die überfällige Prüfung auf den Weg und stimmen Sie einer umgehenden neutralen Untersuchung zu - ohne Vorbehalte. Lassen Sie keine Zweifel aufkommen, dass Sie zu Ihren Wahlkampfversprechen stehen.

Manfred Horn

Herzogenaurach