Am Sonntag beging die Stadt Herzogenaurach den Festtag ihres Stadtpatrons, des Heiligen Sebastian, mit einer Messfeier in der Stadtpfarrkirche und einer Prozession durch die Stadt.
Stadtpfarrer Helmut Hetzel zelebrierte, unterstützt von Prof. Elmar Klinger, Kaplan Sebastian Schiller sowie Pater Moison Michael MSFS und 13 Ministranten, den Gottesdienst. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst neben der Orgel auch von einer Oboe.
Hetzel ging in der Predigt auf das Leben des Heiligen Sebastian ein, der mit seinem Leben ein gutes Beispiel gegeben habe. Er wusste sich von Gott geschätzt und gestärkt und konnte deshalb vor dem Römischen Kaiser Diokletian seinen Glauben bekennen. Dafür wurde er während der Christenverfolgung als Militärangehöriger mit Pfeilen erschossen. Diese Strafe überlebte Sebastian, er wurde gesund gepflegt und trat erneut vor den Kaiser. "Sein Auftreten hat andere Menschen angesteckt, gegen das Regime aufzustehen!", so der Stadtpfarrer. Auch in Herzogenaurach seien vor 77 Jahren Menschen gegen ein Unrechtsregime aufgestanden.


Gegen Schreier und Populisten

In der Jetztzeit gelte es, sich gegen die Schreier und Populisten, die heutige Pest, die die Gesellschaft vergifte, zu engagieren. "Gerade unsere heutige Welt braucht Christen, die für Lebenschancen aller eintreten, unabhängig von Herkunft und Religion!" Die Christen dürften sich nicht hinter Mauern verstecken und mit Frömmelei zufriedengeben.
Die Sebastianiprozession solle ein Zeichen sein, heute das Licht der Menschlichkeit und Gerechtigkeit gegen populistische Parolen in die Welt hineinzutragen und sich dadurch für das wahre Göttliche in der Welt einzusetzen. Mit der Aufforderung: "Wenn sie eine Kerze mitnehmen, dann überlegen sie sich: Wofür will ich Licht sein!", beendete Stadtpfarrer Hetzel seine Predigt.
Im Anschluss an die Messfeier bewegte sich die Lichterprozession durch die Stadt. Diese nahm ihren Weg vom Kirchenplatz über den Steinweg, durch die Reytherstraße, die Hauptstraße und den Marktplatz zurück zum Kirchenplatz. Flankiert von Leuchtern und Fahnen führte das von Hans Kolb getragene Kreuz die Prozession an, gefolgt von Abordnungen der Kolpingsfamilie und der KAB.
Die Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach begleitete das Allerheiligste und die Statue des Heiligen Sebastian, der von Mitgliedern der Kolpingsfamilie getragen wurde. Daran schlossen sich Vertreter des Seelsorgebereichsrates, der Kirchenverwaltung und der Stadt, sowie Gläubige an. Die Prozession wurde durch Vorbeter und die Orgel der Stadtpfarrkirche über Lautsprecher begleitet. Im Anschluss an die Meßfeier nahmen die Gläubigen an einer eucharistischen Andacht in der Stadtpfarrkirche teil.