Die Stadt Eltmann ist auf dem besten Wege, Fair-Trade-Stadt zu werden. "Wir warten eigentlich täglich auf die Mitteilung, dass wir das Siegel erhalten", erklärte Bürgermeister Michael Ziegler dieser Tage im Rathaus, als er fünf fair gehandelte und hergestellte Trainingsbälle an die Jugendfußballer der SG Eltmann überreichte. "Im Sport soll es ja fair zugehen, und das betrifft nicht nur das Verhalten", so das Stadtoberhaupt als Begründung für das Geschenk, das auch einen Denkprozess anstoßen soll.
Schon für den Multifunktionscourt, der im vergangenen Jahr neben dem Freibad entstand, hatte Ziegler fair gehandelte Bälle angeschafft. Nun machte ihn Elisabeth Müller-Förtsch vom Eltmanner Weltladen auf eine Sonderaktion zur Fußball-WM aufmerksam und der Bürgermeister stieg sofort ein. Trainingsbälle können die Schüler- und Jugendfußballer der SG immer brauchen, erklärte Jugendleiter Ralf Köbrich. Knapp 130 Kinder und Jugendliche trainieren hier in den Altersklassen U7 bis U19.
Die Ballfabrik "BadBoyz" ist Köbrich ein Begriff, auch das Logo "Franken spielt Fair Trade". Der Hersteller garantiert nicht nur dafür, dass die Bälle ohne Kinderarbeit hergestellt sind, sondern auch für Sozialstandards. Die Arbeiter, die die Bälle (meist in Pakistan) herstellen, sind demnach sozialversicherungspflichtig beschäftigt. "BadBoyz" unterstütze zudem Projekte, die den Schulbesuch von Kindern in Entwicklungsländern fördern.
Mit den "fairen" Bällen soll jetzt auch im Sportverein für das Thema Fairer Handel und Kinderarbeit für Sportartikel sensibilisiert werden. Hennes Köbrich, der stellvertretend für die Vereinsjugend seinen Vater zur symbolischen Übergabe ins Rathaus begleitete, wurde durchaus nachdenklich bei dem Gedanken, dass manche Kinder Fußbälle nähen, während sie eigentlich in der Schule sein sollten.