Eigentlich wollte die Vereinsführung des Obst- und Gartenbauvereins Heßdorf mit der Vorsitzenden Christine Hartmann, ihrer Stellvertreterin Angelika Gumbmann sowie Kassiererin Anita Nendel und Beisitzerin Marianne Ort bei den Neuwahlen ihre Ämter in jüngere Hände legen. Aber daraus wurde nichts, denn die Vorsitzende konnte weder in persönlichen Gesprächen im Vorfeld ein Interesse wecken, noch stellten sich in der Jahresversammlung Mitglieder für ein Amt zur Verfügung.
Die vierköpfige Vereinsleitung erklärte sich schließlich bereit, ihr Amt kommissarisch für ein weiteres Jahr auszuüben und wurde dann auch einstimmig gewählt. "Wenn eine Neuwahl im nächsten Jahr nicht klappt, droht die Auflösung des Vereins", wies Hartmann die Mitglieder auf den Ernst der Lage hin.
"Nicht nur die Obst- und Gartenbauvereine haben Probleme, bei den Neuwahlen die Posten zu besetzen, auch bei vielen anderen Vereinen im Landkreis wird es zunehmend schwieriger, auf Anhieb Vorsitzende zu finden", erklärte der Kreisvorsitzende Otto Tröppner dazu. Allerdings gebe es auch positive Beispiele wie den Obst- und Gartenbauverein Niederndorf, der vor zwei Jahren "wiederbelebt" wurde und mit über 175 Mitgliedern wieder optimistisch in die Zukunft blicken kann.


Überalterung droht

Wie Christine Hartmann erläuterte, müsse nicht nur die Vereinsleitung verjüngt werden, sondern auch dem Verein, der in den letzten Jahren von über 300 auf jetzt 178 Mitglieder geschrumpft sei, drohe eine Überalterung. Sie appellierte deshalb an die Versammlung, doch auch Kinder und Enkelkinder für den Verein zu begeistern. "Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass Papas und Opas mit Kindern und Enkeln Nistkästen bauen. Das Material zu beschaffen wäre kein Problem", erklärte die Vorsitzende. Der Verein ist finanziell gut aufgestellt, war dem Kassenbericht von Anita Nendel zu entnehmen. Deswegen werde sich der Verein an der Ausstattung des geplanten Freizeitgeländes zwischen Heßdorf und Untermembach mit einer Spende beteiligen, kündigte die Vorsitzende an. Man könnte den Verein auch in Heimat- und Gartenpflegeverein umbenennen, um an Traditionen anknüpfen und um das Gemeindeleben bereichern zu können.
In ihrem Jahresbericht wies Christine Hartmann darauf hin, dass die Vereinsleitung aus Alters- und gesundheitlichen Gründen die Aktivitäten in den vergangenen Jahren schon minimiert habe. Am jährlichen Muttertag, der gemeinsam mit den Senioren durchgeführt wird, wolle der Verein aber auch in diesem Jahr festhalten. Außerdem hofft die Vorsitzende in diesem Jahr wieder auf eine gute Apfelernte, denn die Kindertagesstätten, der Hort und die Grundschule seien dankbare Abnehmer. Beim Weihnachtsmarkt werde der Verein allerdings nicht mehr aktiv, sondern nur noch unterstützend teilnehmen.