Das waren halt noch andere Zeiten. Ursula "Uschi" Vorndran vermeidet diese Phrase zwar, aber am Ende trifft sie den Punkt. Als Vorndran gemeinsam mit ein paar anderen Frauen aus Heilgersdorf eine Löschgruppe gründete, geschah das, da ist sie ehrlich, "zum Spott unserer Männer". 1974 war das.

Das Problem war nur: Eben jene Männer waren nie da (weil in der Arbeit), wenn tagsüber die Sirene los ging. Deshalb zeigte sich schon kurz nach der ersten erfolgreichen Leistungsprüfung, unter anderem bei einem Einsatz am Heilgersdorfer Kindergarten, dass die Frauengruppe dringend notwendig war. Manche taten sich schwer mit den Frauen im Einsatz, erinnert sich Vorndran und dabei ganz besonders an die Nachbarfeuerwehr aus Heinersdorf: "Die Kerle sind fast ausgeflippt, als sie uns das erste Mal gesehen haben."

Gut, dass sich die Welt geändert hat. Mit Blick auf ihre jungen Kolleginnen grinst die heute in Bischwind aktive Vorndran zufrieden. "Inzwischen sind wir Freauen voll integriert", sagt die Uschi (die jeder so nennt, weil sie jeder so kennt) dann. Egal, ob Mann oder Frau - jeder wisse im Einsatz, wo und wie er anpacken müsse.

Ursula Vorndran gönnt es sich inzwischen, nicht mehr immer und überall vorne mit dabei zu sein. "Die Kameradschaft pflegen", sagt sie, tut sie inzwischen lieber. Und wenn mal wieder alle Männer von sind? "Wenn man mich braucht, dann bin ich dabei - keine Frage." bk