Auch wenn die Corona-Pendemie weiterhin das strike Einhalten der AHA-Regeln erfordere und höchste Vorsicht geboten sei, plädiert Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel (FDP) in einer Pressemitteilung dennoch für eine behutsame Lockerung der coronabedingten Einschränkungen.

"Der Einzelhandel ist das Herz Kulmbachs", sagt Thomas Nagel. "Wir dürfen die nächsten Monate nicht zusehen, wie Geschäfte schließen müssen, weil ihnen die Existenzgrundlage entzogen wird."

Denkbar seien laut Nagel Öffnungen mit vorheriger Anmeldung: "Wenn die Hygienekonzepte vorliegen, dann muss es dem Blumenladen möglich sein, auch Menschen in dem Laden zu bedienen." Oder der Friseur müsse die Möglichkeit haben, weniger Menschen als sonst - aber mit Anmeldung - die Haare zu schneiden.

Es geht Thomas Nagel laut der Pressemitteilung nicht "um das unbedachte Öffnen, sondern um das Sichern der Existenz". Click und Collect sei ein erster wichtiger Schritt gewesen, es sei aber keine Lösung für die nächsten Monate.

Thomas Nagel, der auch Mitglied im Landesvorstand der FDP Bayern ist und oberfränkischer FDP-Bezirksvorsitzender, unterstützt den Dringlichkeitsantrag, den die FDP-Fraktion im Landtag am 4. Februar gestellt hatte.

Dessen Ziel sei es, den Einzel- und Fachhandel aus dem existenzbedrohenden Lockdown zu befreien. In einem Dringlichkeitsantrag hatte die Landtagsfraktion die bayerische Staatsregierung zum zweiten Mal binnen einer Woche aufgefordert, den Einzel- und Fachhandel unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder zu öffnen.

Für Chancengerechtigkeit

Die Wettbewerbsverzerrung gegenüber dem stationären Einzel- und Fachhandel, der tatenlos dabei zusehen müsse, wie Supermärkte und Discounter ihre Non-Food-Produkte verkaufen, müsse endlich ein Ende haben. Die Chancengerechtigkeit im Handel sei verfassungsrechtlich verbürgt und müsse auch unter Corona-Bedingungen gewährleistet sein.

Mit dem drohenden Verlust der überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen sind aus Sicht von Thomas Nagel nicht nur wichtige Arbeitsplätze in Gefahr, sondern auch die Vielfalt, Attraktivität und Infrastruktur der Kulmbacher Innenstadt.

Die oft in Kulmbach und dem Landkreis verwurzelten und sozial engagierten Fachgeschäfte sind, aus Sicht von Thomas Nagel, "bereit und in der Lage, die coronabedingten Regeln einschließlich der Kundenzahlbeschränkungen und der FFP2-Maskenpflicht zuverlässig einzuhalten".

Deshalb fordert der FDP-Politiker: "Bleiben wir umsichtig, halten Abstand und Hygiene strikt ein, aber geben wir auch der Gastromonie, dem Fachgeschäft, den Blumenläden und Friseurgeschäften die Chance, schrittweise und vorsichtig ihre Geschäfte zu öffnen, in enger Absprache mit dem Landratsamt und immer mit Blick auf den Inzidenzwert." red