Ich bin ja inzwischen so Eine, die gleich am Anfang des Jahres alles, was sie schon weiß, in den großen Familienkalender reinschreibt. Das sind Geburtstage, Hochzeiten, Konzerte, Feste und viele andere Veranstaltungen, auf die ich mich einfach schon total freue (mal abgesehen vom Zahnarzt-Termin). Seit der Corona-Krise könnt ihr euch vorstellen, dass der Blick in den Kalender eher deprimierend ist. Die Hochzeit einer lieben Freundin ist abgesagt, Udo Lindenberg und Sarah Connor fallen aus und das geliebte Annafest sowieso. Eine Sache musste aber Gott sei Dank nicht dran glauben, obwohl es lange Zeit so aussah: unser gemeinsamer Urlaub mit Freunden. Die Reisewarnung machte uns zunächst einen Strich durch die Rechnung. Aber wir buchten kurzerhand um - Urlaub in Deutschland war die neue Devise. Nach so vielen Wochen nur zuhause ging es für uns ins Sauerland. Den genauen Ort hatte ich zuvor noch nie gehört, die Wettervorhersage war auch miserabel, aber das war uns völlig egal. Wichtig war, dass wir alle endlich wieder zusammen waren. Wir quatschten bis spät in die Nacht über Gott und die Welt und gruben Geschichten aus alten Zeiten aus. Und als wir da so beieinander saßen und lachten, beschlich mich immer wieder ein Gefühl von Dankbarkeit. Auch wenn dieses Jahr vieles ausfällt und wir auf vieles verzichten müssen: Freundschaft bleibt und ist einfach immer da. Die Kalendereinträge für gemeinsame Treffen sind deshalb auch in Corona-Zeiten heilig - dafür muss auch mal ein Zahnarzt-Termin dran glauben.