Franziska Rieger

Während der Fußball-WM sind nicht nur Ballexperten und Fernseh-Kommentatoren mit ihrem Wissen gefragt. Auch die Mitarbeiter in den Friseursalons müssen sich auskennen, wie es auf den Köpfen der Spieler aussieht. "Wir müssen immer wissen, wie die Fußballer gerade aussehen", sagt Maria Mühlbauer, die in Höchstadt den Friseursalon Lettner betreibt.
Vor allem die jüngeren Fans wollen ihren Fußballidolen optisch nacheifern. "Es kommen auf jeden Fall Jungs, die die Frisur ihres Idols wollen", sagt Sabrina Osmanovik vom Friseursalon Lettner. Die Frisur von Messi sei nach wie vor gefragt, ebenso wie die von Cristiano Ronaldo.
Gewagte Farbexperimente, wie schwarz-rot-gold Farben, gebe es bei den Jüngeren aber nicht, erklärt Maria Mühlbauer: "Es ist verboten, Jugendlichen unter 16 Jahren die Jahre zu färben", sagt sie. Das gehe höchstens mit der Einverständnis der Eltern.


Züchtige Frisuren

Die Frisur, die sich auch bei den älteren Fußballfans durchgesetzt hat: An den Seiten kurz rasiert, das Haupthaar mit Seitenscheitel nach hinten gelegt. Toni Kroos und Robert Lewandowski machten es bei der WM vor. "Im Moment ist alles gelackt", sagt Matthias Zipfel, der in Forchheim den Pony Club betreibt. Auf den Männerköpfen geht es eher züchtig zu, so wie in den 30er-Jahren.
Spaghetti-Haare und Granny-Look sind allerdings noch harmlos im Vergleich zu den wilden Frisen von früher. Maria Mühlbauer erinnert sich noch gut an die Dauerwellenpracht von Rudi "Tante Käthe" Völler. "Damals war das der Trend, das ist im Moment aber wieder out", sagt sie. Auch der Vokuhila, vorne kurz und hinten lange, geistert noch als Schreckgespenst in den Köpfen der 80er-Jahre-Kinder herum. "Der Vokuhila wird definitiv wiederkommen, aber man weiß nie, wann", sagt Matthias Zipfel. Dazu brauche es erst einmal einen Promi, der den Hype anstößt. So wie David Beckham, der den Irokesen-Schnitt salonfähig gemacht hat.
Aus dem Turnier ausgeschieden sind die meisten Frisur-Exoten schon längst. Leistung zählt eben doch mehr als das Äußere.