Dass selbst Prüfungen in der Schule Spaß machen können, das zeigte Rektor Philipp Arnold an mehreren Beispielen den Teilnehmern eines Informationsbesuches der Freien Wähler in der Mittelschule. Der Schulleiter tat dies anhand von Video-Clips, die die Schüler zu bestimmten Vorgaben erstellt hatten. Dies fällt ihnen leichter, als einen schnöden Text niederzuschreiben. Und dies ist eines von vielen Beispielen, wie sich "analoge Prozesse auch in der Schule durch den Einsatz digitaler Technik verbessern lassen" - das Credo Arnolds, der eine von acht Vorzeige-Digitalschulen in Bayern leitet, an der Smartboards, Tablets und i-Pads zum Einsatz kommen. Seine Erfahrungen gibt er auch an Kollegen weiter, wie jüngst bei einer Informationsveranstaltung für alle Schulen im Bereich des Schulamtes in Haßfurt. Denn mehr noch als die Schüler müssen sich auch Lehrkräfte erst noch fit machen für den Unterricht in der digitalen Welt.
Der Einsatz moderner IT-Techniken steckt nach Arnolds Überzeugung in Deutschland noch in den Kinderschuhen. "Wir hinken da sogar hinter Rumänien hinterher, wo hauptamtliche IT-Experten zum Einsatz kommen, während bei uns noch Lehrer aus dem Kollegium als Administratoren fungieren müssen." Dabei sollten die Pädagogen als User zum Einsatz kommen und sich nicht um Netzwerke kümmern müssen. "In jeder Firma und Behörde ist das mittlerweile so, nur an Schulen nicht", klagt der Pädagoge.
An jeder Schule müsse auf die fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt reagiert werden. "Wie sollen wir unsere Schüler denn sonst aufs Berufsleben vorbereiten?", fragte Arnold. Dabei sei die Medienkompetenz der Lehrer schwieriger als der Kauf von Tablets.


Auch Kreativität ist gefragt

In der Mittelschule Ebern hat man sich dieser Herausforderung, auch dank einiger Unterstützer, schon vor Jahren gestellt und ist deswegen schon viel weiter als viele andere Schulen. "Bei uns geht es nicht mehr allein darum, Informationen aus dem Netz zu holen, sondern mir geht es auch um Kreativität. Unsere Schüler sollen nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren", sagte Arnold. Doch komplett hat der Computer die Klassenzimmer in der Mittelschule nicht revolutioniert: "Buch und Bildschirm sind uns gleich wichtig. Die These lautet nicht Tinte versus Tastatur." red