Die Gleichberechtigung von Frau und Mann im privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Alltag ist trotz gesetzlicher Grundlage noch immer nicht gegeben. Viele Frauen tun sich nach wie vor schwer, sich in der Lebenswirklichkeit zu behaupten, denn oftmals sind sie Doppelbelastungen ausgesetzt. Kinder erziehen, Familienversorgung sicherstellen und sich beruflich behaupten - das führt manche Frauen an ihre Grenzen.
"Emanzipation wird dort zur Farce, wo Anforderungen ungleich verteilt und die Erwartungshaltung an Frauen größer sind, als diese zu leisten vermögen", stellt Christine Edgar, Präsidentin des Zonta-Clubs Herzogenaurach, immer wieder fest. Mit 15 Clubfreundinnen besuchte sie unlängst die Laufer Mühle, um dort mit Therapeutinnen und betroffenen Frauen ins Gespräch zu kommen. "Wir möchten speziell die Frauenarbeit in dieser Sozialeinrichtung sowohl ideell als auch mit den uns zur Verfügung stehenden Kräften nachhaltig und langfristig unterstützen", formulierte die Präsidentin die Beweggründe für den Besuch.


Ohne Job in die Sucht

"Wir Frauen haben ein dickes Fell, aber irgendwann wird auch die stärkste Frau von den vielen Anforderungen erdrückt", berichtete Sabine Schmidt, diplomierte Sozialpädagogin und Bereichsleiterin des Laufer-Mühlen-Projektes "Bewerbungscoaching", den Herzogenauracher Besucherinnen. Sie berät Frauen, die aus der Erwerbstätigkeit gefallen sind und in der Folge sucht- oder psychisch krank wurden. "Mit unseren Angeboten wollen wir Frauen stärken, ihnen Mut machen und sie coachen und stützen, damit sie wieder auf die Beine kommen", so Sabine Schmidt.


Erfolgreiche Therapiearbeit

Viele Hilfsangebote speziell für Frauen gibt es in der Therapieeinrichtung und deren angeschlossenen sozialen Betrieben. "Ob psychosoziale, spirituelle, arbeits-, gesprächs- oder freizeittherapeutische Angebote - wir können auf die Bedürfnisse von hilfesuchenden Frauen adäquat eingehen", referiert die Soziologin Ina Wunder, die das Frauenprojekt "ModeMachtMut", eine Laufer-Mühlen-Außenstelle in Bamberg, betreut.
Wie erfolgreiche Therapiearbeit mit Frauen gelingt, führten zwei betroffene Frauen aus. Silvia Fenker und Kessy Chynava, beide durch typische Frauen-schicksalsschläge in die Suchtabhängigkeit geraten, haben längst ihre Heilbehandlung erfolgreich abgeschlossen und sind sozial integriert. Für ihre Kinder haben sie wieder die volle Verantwortung übernehmen können und stehen auch am Arbeitsplatz ihre Frau. Silvia arbeitet als Arbeitsanleiterin in einem Kaufhaus und Kessy ist Fachberaterin in einem Teeladen. Beide erzählen voller Stolz von ihrem Weg aus der Sucht und Arbeitslosigkeit in ein, wie sie sagen, "glückliches, suchtfreies und zufriedenes Leben". red