Die Fraktion Grüne/SBUN setzt sich für ein insektenfreundliches, bunt blühendes Bad Staffelstein ein und fordert mehr Blühflächen auf städtischen Flächen.

Gerade jetzt im Sommer zieren am Rande einiger Äcker Klatschmohn, Kamille, Kornblumen oder Rotklee den Wegesrand. Vermehrt ist auch zwischen Getreide- oder Maisfeld die eine oder andere Blumenwiese zu bestaunen. "Was für das menschliche Auge hübsch anzusehen ist, ist für Insekten, aber auch für zahlreiche Säugetiere und Vögel eine wichtige Nahrungsquelle und ein hilfreicher Rückzugsort", erläutert Stadträtin Rica Kohmann.

"Unsere Landwirte im Stadtgebiet leisten hier bereits durch die Schaffung von Blühstreifen und Blühflächen einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt", ergänzt Stadträtin Sandra Nossek.

Die Fraktion Grüne /SBUN möchte nun auch die Schaffung von städtischen Blühflächen vorantreiben. Es wird unter anderem angeregt, den mittleren Bereich des Parks in der Unterzettlitzer Straße, hinter dem Ärztehaus und ein Rasenteilstück im Kurpark dahingehend umzugestalten. Weitere Blühflächen sind natürlich wünschenswert und dies könne nur der Anfang sein. "Mit dem Anbringen von Insektenhotels und Hinweisschildern bezüglich der Insektenfreundlichkeit, würde die Stadt als noch verantwortungsbewusster hinsichtlich des Umweltschutzes und Artenschutzes wahrgenommen werden", argumentiert Nossek. Ein weiterer Vorteil sei, dass Mäharbeiten kaum noch nötig sind.

"Die Insektenvielfalt hat in den letzten Jahren enorm abgenommen und dies stellt eine Bedrohung des natürlichen Ökosystems dar", gibt Stadtrat Werner Freitag zu bedenken. Um dem entgegenzuwirken wurde von der Bundesregierung im neuen Umweltprogramm die Maßnahme mit aufgenommen, dass zum Beispiel auch landwirtschaftliche Flächen zu Blühflächen umgestaltet werden sollen. Dies zeigt, wie wichtig ein Umdenken ist. Dies sollte auch die Stadt Bad Staffelstein aufnehmen und einige bisher immer gut gemähte "Rasenflächen" zu Blühflächen umgestalten.

Daher ist es zusätzlich wichtig, auch bei der Bepflanzung im städtischen Raum auf insektenfreundliche Blumen zu setzten. Den Stadträten der grünen Fraktion liegt es sehr am Herzen, auch auf eine Bepflanzung von allen städtischen Blühflächen mit insekten- und schmetterlingsfreundlichen Blumen umzustellen. So werden im nächsten Jahr womöglich an Stelle von herkömmlichen Geranien bereits Basilikum, Salbei oder Prachtkerzen blühen und Hummeln, Schmetterlingen und Bienen Nahrung bieten.

Blühstreifen sind Lebensraum für viele Wildtiere. Die bunte Farbenpracht bietet Nektar für Schmetterlinge und Bienen. Die Samen sind die Nahrung zahlreicher Vögel. Blühstreifen funktionieren auch als "Straßen" für viele Kleintiere, indem sie unterschiedliche Lebensräume verbinden. Im Blühstreifen leben viele Nützlinge. "Diese leisten einen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung und wirken sich damit positiv auf die angrenzenden Flächen aus", gibt Kohmann zu bedenken. Zudem hätten die Blühflächen den Vorteil, dass sie nur einmal im Jahr, gemäht werden müssten.

Tipps für die Eigeninitiative

Jeder Bürger kann natürlich hier auch aktiv werden, so Freitag. Was gilt es bei der Anlage und Pflege von Blühstreifen zu beachten? Staunässe und stark verdichtete Böden sollten vermieden werden. Feinkrümeliges und nicht klumpiges Saatbett sowie lockerer Boden werden benötigt, Blühstreifen von mindestens drei Metern Breite anlegen. Auf Pflanzenschutzmittel und Dünger verzichten, Pflegemaßnahmen nur im Notfall durchführen. Die Blühfläche möglichst nur streifenweise bearbeiten (zum Beispiel mulchen oder mähen). Und wer keine Flächen hat, kann an den Landesbund für Vogelschutz spenden, der Flächen kauft, die dann als Blühflächen gepflegt werden.

Neben diesen beiden Anträgen reiht sich ein weiteres Anliegen der späteren Mähung ein. Die Grüne/SBUN-Fraktion regt an, wilde Grün- und Blühstreifen zum Beispiel an Fuß- und Fahrradwegen oder Flächen bei den Wasserhochspeichern nicht vor der Blumensamenbildung zu mähen, wie bereits in anderen Kommunen praktiziert. "Damit würden wir auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten und das erfolgreiche Volksbegehren ,Rettet die Bienen' unterstützen", sagt Kohmann. red