Zum Bericht „Pioniersteg über die Wiesent wird erneuert“ im FT vom 15. März 2022:

„Leider ist es mittlerweile alles andere als selbstverständlich, dass Mitmenschen zum Wohl der Allgemeinheit zu Grundstücksverhandlungen bereit sind“, erklärte Bürgermeisterin Meyer beim Spatenstich für den neuen Pioniersteg. Leider ist es auch nicht mehr selbstverständlich, dass eine Bürgermeisterin rechtzeitig und persönlich mit Grundstückseigentümern, von denen sie etwas benötigt, Kontakt aufnimmt.

Heutzutage geht man anscheinend davon aus, dass mit einem Telefonat alles erledigt werden kann. Dies war bei ihrem Vorgänger Franz Josef Kraus noch ganz anders, dieser ist, wenn es erforderlich war, persönlich bei den Betroffenen vorbeigekommen.

Die jetzt zur Erneuerung anstehende sogenannte „Obere Rüssenbacher Brücke“ war in die Jahre gekommen, so dass die Anlieger, die diese Brücke erbaut und gepflegt hatten, sie nicht mehr befahren konnten. Diese damals „private“ Brücke wurde in der Vergangenheit immer wieder von den Anliegern auf eigene Kosten hergerichtet und konnte so auch von anderen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden.

Als die Brücke im Jahr 1998 erneut für den landwirtschaftlichen Verkehr unpassierbar wurde, verhandelte der damalige Bürgermeister F. J. Kraus persönlich mit den Anliegern und konnte dabei eine Überlassung der Brücke samt Nutzung der Zuwege mit Pflasterung für die Stadt und somit für die Allgemeinheit erreichen. Statt eines Abbruchs wurde der „Pioniersteg“ von einer Pioniereinheit der Bundeswehr errichtet, so dass alle Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch aus dem Wohngebiet Diesbrunnen, über diese neue Fußgängerbrücke ins Grüne und in die Innenstadt gelangen konnten.

An der damaligen Vorgehensweise des Altbürgermeisters kann man heute ersehen, was ein persönliches Gespräch mit Betroffenen bewirken konnte – nämlich „Brücken zu bauen“

Hubert Weber

Ebermannstadt