Zum Bericht „10 Ideen für den Kellerwald“ vom 29. April:

Als Anwohner und eingefleischter Kellerwald-Fan bin ich immer und überall interessiert an Infos und Neuerungen rund um mein „zweites Wohnzimmer“. Unser Kellerwald – in einzigartiges Idyll! Ein unglaublicher und unvergleichlicher Kulturschatz. Was für ein toller Platz!

Natürlich habe ich mich aus eben dieser Leidenschaft zu unseren Kellern auch an der Kellerwald-Idee beteiligt. Gut, meine Vorschläge fanden leider keinen Anklang. Doch deswegen schreibe ich nicht. Ich schreibe, weil ich meine Bedenken äußern möchte. Bedenken, die sich auf die jüngst veröffentlichten und nun zur Umsetzung geplanten Kellerwald-Ideen beziehen.

Eine Bimmelbahn soll also her. Echt jetzt? Machen wir aus unseren gemütlichen Kellern eine Art Dauerevent? Mit der Pflicht zur Vorsicht beim geruhsamen Schlendern entlang der Wege, mit Lärmattacken beim „Seidlaschlürfen“, schubweise aufkreuzenden Bimmelbahn-Gruppierungen und schließlich mit der Verkitschung unseres Waldes ? Braucht es das? Braucht es eine praterähnliche Vergnügungsmeile, die an die Stelle unserer fränkischen Gemütlich- und Geselligkeit tritt?

Nichts gegen kleine Attraktionen wie das geplante Museum, den Erlebnisweg oder auch einen zentralen, ansprechenden und sicheren Spielplatz. Doch alles in Maßen und mit Sinn.

Und da stellt sich schon die nächste Frage: Will man auf einer digitalen Kelleröffnungsplattform (bzw. Kelleranzeige) wirklich lesen, dass von den unteren Kellern gerade einmal zwei geöffnet haben, von den oberen Kellern nur einer? Das wird eine traurige Anzeige, zumal man sich nun zum Ziel gesetzt hat, dass bei schönem Wetter zumindest ein Keller von ganzen 23 geöffnet haben soll. Was für eine gute Idee! Das reicht sicher aus, um die Bedürfnisse von Einheimischen und Touristen gleichermaßen (und gleichzeitig!) zu befriedigen. Dafür greift man dann auf diesem geöffneten Keller statt zu einer fränkisch-zünftigen Brotzeit beherzt zum Soja-Bratling auf Karottenpüree. Ich freu mich drauf!

Ute Vogel

Forchheim