Die neu gebaute Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Regnitz bei Hausen wurde kürzlich im Rahmen des Makrelenfests am Wasserrad eröffnet.
Bürgermeister Bernd Ruppert schilderte die lange Vorarbeit, die von vielen bürokratischen Hindernissen geprägt war. Nach einer jahrelangen Pause Anfang der 1990er Jahre, in der das Projekt durch Schwierigkeiten beim Grunderwerb ausgebremst wurde, konnte die Planung 2014 wieder aufgenommen werden.
Schließlich beteiligten sich der Landkreis Forchheim, die Deutsche Bahn und die Stadt Forchheim an dem Projekt. Zusammen wurden dann die Wege erschlossen.
Bei der Einweihung der Brücke warf Ruppert einen Blick in die Vergangenheit. Zusammen mit Heimatpfleger Gerhard Batz erklärte er, dass diese neue Brücke in einer jahrhundertelangen Tradition steht, in der es einen Übergang über die Regnitz genau an dieser Stelle gab. Batz erzählte auch vom Wegezoll, der einst für einige Zeit für die Brücken über die zwei Regnitzarme erhoben wurde – und gemäß der Gemeindesatzung noch heute rechtmäßig verlangt werden könnte.
Die Frage nach einem Namen ließ der Bürgermeister offen. Denn es gab bereits Einträge bei Google Maps, die von einer politischen Vereinigung ohne Absprache mit dem Gemeinderat gemacht wurden. Diese wurden aber inzwischen wieder gelöscht.
Viele Leute fragen sich, warum die Wege vor und nach der Brücke Kurven aufweisen. Dazu erklärt Bürgermeister Bernd Ruppert: „Die Verschwenkungen sind nötig, um auf die bestehenden Wege zu kommen. Das war von Beginn an so geplant.“
Dass die Brücke noch nicht ganz fertig ist, liegt auch im Plan: „Die Bauarbeiten befinden sich auf der Zielgeraden. Für den Herbst wird mit der endgültigen Fertigstellung und feierlichen Eröffnung zu rechnen sein. Bis dahin bleiben die provisorischen Geländer stehen.“ Genutzt werden kann die Brücke ab sofort.
Dazu hat Pfarrer Klaus Weigand den Segen für die Brücke gesprochen: „Allmächtiger Gott, segne alle, die mitgearbeitet haben, diese Brücke zu planen und bauen. Segne diese Brücke. Sie gewähre sicheren Übergang und halte Gefahren von uns fern.“
Wette gewonnen
Thorsten Erlwein von der Volksbank Hausen wettete – ganz nach nach „Wetten-Dass?“-Manier – 500 Euro mit dem Bürgermeister, dass er es nicht schaffen werde, bis 18 Uhr ein Boot oder Floß unter der Brücke zum Wasserrad fahren zu lassen.
Erlwein verlor die Wette, denn der Bürgermeister machte persönlich die Fahrt in einem Kajak. Damit hat er 500 Euro für die die Grundschule Hausen von der Volksbank gewonnen.
Hintergrund
Den Ursprung der Brücke findet man bereits im 16. Jahrhundert in alten Dokumenten. Zu dieser Zeit gab es nur eine Furt durch den Fluss, die bei Hochwasser nicht nutzbar war und die Menschen zu weiten Umwegen zwang.
Damals weigerte sich der Bamberger Bischof als Landesherr, bei Hausen eine Genehmigung für den Bau einer Brücke zu geben.
1558 wird erstmals eine Brücke erwähnt, die aber 1573 auf Veranlassung des Bischofs wieder abgerissen wurde. Dieser befürchtete, dass dadurch die Nürnberger noch größeren Einfluss in Hausen gewinnen könnten.
Der Rat der Stadt Nürnberg beantragte daher 1584 beim Bischof für seine Hausener Untertanen den Bau einer neuen Brücke. Die wurde 1595 fertiggestellt, musste aber nach erneuten Streitigkeiten 1602 ebenfalls wieder abgerissen werden.
Eine dauerhaft bestehende Brücke wurde mit offizieller bischöflicher Genehmigung erst 1607 fertig gestellt.
Später brachte der Bau des Main-Donau-Kanals zwei große Änderungen in das Landschaftsbild. Zuerst lies König Ludwig I. im 19. Jahrhundert einen Kanal bauen, der durch das Regnitztal verlief.
Etwas mehr als 100 Jahre später wurde ein neuer Kanal, der heute als Europakanal bezeichnet wird, gebaut. Dabei wurden auch jeweils eine Brücke an der Schleuse und der Staustufe gebaut.
Doch auf der schmalen Straße wurde es für Radfahrer und Fußgänger mit der Zeit durch den zunehmenden Autoverkehr immer gefährlicher. Nun ist es möglich, mit dem Fahrrad nach der Schleuse die Straße verlassen und ohne Autoverkehr direkt über die neue Brücke zu einem befestigten Flurweg östlich des Kanals zu fahren.