Nach einer langen coronabedingten Pause konnten sich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Seniorenunion der CSU Forchheim und ihre Gäste zu einer gemeinsamen Veranstaltung treffen. Forchheims Heimatpfleger Dieter George hielt einen kurzweiligen Vortrag zur Namenkunde ( Onomastik ) und band die Teilnehmer immer wieder in seine Ausführungen mit ein.

George wies darauf hin, dass heutzutage Namen abstrakt seien. Jeder kenne wohl das geflügelte Wort „Namen sind wie Schall und Rauch“, das seinen Ursprung in Goethes Faust hat. Aber Namen seien weit mehr als Schall und Rauch. Sie seien nicht nur bedeutungsloser Klang, führte er weiter aus. Jeder Name habe eine ursprüngliche Bedeutung.

George erklärte, dass die Namenforschung als Teildisziplin der Sprachwissenschaft die Herkunft, Struktur und Entwicklung von Namen erforsche und beschreibe, beispielsweise von Personen, Ortsnamen, Flur- und Gewässernamen.

Die Teilnehmer der Veranstaltung erfuhren unter anderem, dass der Beruf des Schmieds in früherer Zeit ein sehr angesehener Beruf war und in der späteren Namensgebung zum bedeutendsten Familiennamen in allen Landessprachen in Europa wurde. Letztlich habe jeder Familienname eine ursprüngliche Bedeutung, erklärte George. Darstellungen und das persönliche Auftreten, Eigenschaften, Tätigkeiten wurden Motive für die jeweilige Namensgebung. So erfuhren die Teilnehmer überraschend, dass der Nachname des berühmten deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven vermutlich zurückgeht auf den Besitz eines Hofes mit Rüben- beziehungsweise Gemüsebeeten.

Der Nachname Eisgrub, mit dem der Veranstaltungsort in gewisser Verbindung steht, könnte ein Übername eines Bierlagers in einer Eisgrube gewesen sein. George bezog in seine Ausführungen auch die Forchheimer Namenableitung von Gewässern, Flurnamen, Siedlungen und Straßen gekonnt ein. Erst 1899 wurden beispielsweise in Forchheim Straßennamen eingeführt.

Der Abend war für alle Beteiligten ein Gewinn an Wissen, Neugierde über den Ursprung des eigenen Namen und an Gemeinschaft. red