Wie werden die Klassenzimmer im Winter belüftet? Mit Sorge erwarten Eltern, Schüler und Lehrer die kalte Jahreszeit unter Corona-Bedingungen. Die vielfach geforderten Lüfter sorgten im Gemeinderat Poxdorf für Diskussion, auch wegen der Kosten. Können mobile Luftfilter in Klassenräumen dafür sorgen, dass an der Grundschule bald wieder Normalität herrscht, fragte Bürgermeister Paul Steins ( CSU ).

„Ich lasse mir nichts vorhalten“

Eins wurde deutlich im Poxdorfer Gremium, möglichst durchgehender Präsenzunterricht ist das erklärte Ziel im Jahr zwei nach Ausbruch der Pandemie. Für mobile Luftreinigungsgeräte gewährt der Freistaat jetzt allen Schulen Zuschüsse. Doch die Freude darüber ist getrübt. Schließlich bleibt die Gemeinde immer noch auf der Hälfte der Kosten sitzen, betonte Bürgermeister Steins. Bei vier Klassenräumen wären dies 13 600 Euro für die Luftreiniger , hat die Verwaltung errechnet.

Bürgermeister Steins war vom Sinn der Aktion aus dem Kultusministerium nicht ganz überzeugt. Er sah die Kommunen bei der möglichen Anschaffung vieler unterschiedlich wirksamer Geräte alleingelassen. „Es gibt Eltern, die das erwarten“, wusste er jedoch. Und den Vorwurf, der unweigerlich komme, nämlich die Gesundheit der Beteiligten in den Schulen aufs Spiel zu setzen, wolle er sich keinesfalls machen lassen, sagte Steins. Oberste Prämisse sei Schulunterricht in Präsenz. Keiner könne sagen, wie die Situation im Winter ist.

„Wir kommen da nicht raus. Ich lasse mir nichts vorhalten in der Hinsicht“, betonte Steins und bat um Abstimmung des Gremiums, einen Förderantrag zum Förderprogramm zum Infektionsschutzgerechten Lüftern in Schulen für Luftreinigungsgeräte mit Filterfunktion zu stellen. Die Verwaltung wurde beauftragt, entsprechende Angebote einzuholen und der Bürgermeister ermächtigt, das wirtschaftlichste Angebot zu beauftragen.

Keine Planänderung

Der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans von landwirtschaftlichen Flächen auf Sondergebiet für Freizeit und Erholung wurde mit acht Gegenstimmen abgelehnt. Bei einer Ortsbesichtigung im November 2020 hatte die Bauaufsicht beim Landratsamt Forchheim festgestellt, dass auf den Flächen unterschiedliche Bauten errichtet sowie verschiedene Gerätschaften nicht nur vorübergehend gelagert werden. Die Grundstücke befinden sich bauplanungsrechtlich jedoch im Außenbereich und sind von einer Bebauung freizuhalten. Das Landratsamt hatte die Beseitigung der Anlagen von den Eigentümern gefordert. In der Diskussion wurde seitens der Räte bedauert, dass nach ca. 30 Jahren Nutzung nun die Räumung erfolgen solle, weil es einen Bürger störe.