Zum Bericht „ Windkraft abgeblasen?“ vom 21. April:

Nach Paragraf 4 der Bayerischen Verordnung von 1995 über den Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst gilt es, „diesen nachhaltig zu sichern, zu pflegen und zu entwickeln“. Weiterhin gilt es in dieser explizit ausgewiesenen Schutzzone, „eine erhebliche und nachhaltige Beeinträchtigung von Natur und Landschaft zu verhindern und den Wald wegen seiner besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt zu schützen“. Sind diese Voraussetzungen mit dem Bau eines Windparks auf der Langen Meile bei Tiefenstürmig im Eggerbachtal gegeben?

Rund um Tiefenstürmig befinden wir uns in einem streng geschützten Naturschutzgebiet (Natura 2000, Flora-Fauna-Habitat und diverse Biotopkartierungen) mit seinen einzigartigen Kalksinterterrassen unterhalb der Eggerbachquelle, Wachholderhängen inklusive seltener Orchideenarten sowie einer außergewöhnlichen Tiervielfalt. Betrachtet man nun die geplanten Standorte der 250-Meter-Riesen auf der Langen Meile, befinden sich dort überwiegend über Generationen gewachsene klimastabile Mischwälder und nur wenige Freiflächen. Für die Windkraftanlagen müsste nun eine Infrastruktur geschaffen werden, zum Beispiel Straßen, Kranplätze, Fundamente und Sicherheitszonen unterhalb der Anlagen, was eine Rodung etlicher Hektar Wald unausweichlich macht.

Der gesundheitliche Aspekt ist hier noch gar nicht betrachtet. Angefangen vom Schattenwurf sowie dem Stroboskop­effekt, der durch die zu geringen Abstände zu den anliegenden Dörfern herrschen wird, bis zu dem Fakt, dass Windkraftanlagen nicht lautlos sind und Geräusche über mehrere Kilometer hinweg übertragen können. Hier sprechen wir teilweise von Abständen unterhalb eines Kilometers zur nächsten Wohnbebauung.

Noch eine wichtige Anmerkung: Ein unerschöpflicher Vorrat an Energie durch die geplanten Windräder halten wir für unrealistisch und gleicht einem Werbeversprechen, denn die Windausbeute in unseren Breiten entspräche dem untersten Leistungslevel von Windanlagen, also der in einer Schwachwindregion.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Windräder in unmittelbarer Nähe von bewohntem Gebiet höchst bedenklich, sogar auch schädlich für die Gesundheit sind. Zum Schluss möchten wir betonen: erneuerbare Energien ja, jedoch im Einklang mit der vorhandenen Natur und den Bürgern, sonst sehen wir keinen Mehrwert darin, außer für die Investoren und politischen Entscheider, die sich darüber profilieren wollen. Denn das Problem der betroffenen Bürger ist sicher nicht, die Windräder nur aus einem gewissen Abstand zu sehen, um Bürgermeister Schwarzmann zu zitieren.

Patrick Dachwald, Dominik Hofmann, Tobias Gebhard, Tiefenstürmig

Nicolas Sponsel, Götzendorf

Tobias Först, Florian Nagengast,

Drügendorf