Am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz fand der jährlich etablierte Hebammenkongress statt. Rund 60 Hebammen aus Forchheim und der umliegenden Region nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Gewinnung neuer Impulse und zur Diskussion aktueller Entwicklungen in der Geburtshilfe.

Der Kongress bot laut Pressemitteilung des Klinikums ein vielseitiges Programm mit hochaktuellen Themen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Telemedizin: Im hybriden Vortrag stellte Oberarzt Benedikt Steif vom Klinikum Dritter Orden in Passau die Tele-Neonatologie vor, die seit 1. April im Klinikum Forchheim fest installiert ist.

Stefan Weingärtler, einer der ersten Chefärzte in Bayern, der sich für diese Innovation erfolgreich beworben hat, erklärte: „Es ist nun so, als wäre ein Kinderarzt auch für eine problematische Erstversorgung direkt vor Ort.“ Das Neonatologie-Team aus Erlangen wird sich künftig als regionales kinderärztliches Versorgungszentrum live mit einer hochauflösenden Kamera in Krisensituationen zuschalten können.

Ein weiterer inhaltlicher Höhepunkt war der Vortrag von Martina Steck, die sich dem sensiblen Thema „Angst vor der Geburt“ widmete. Die leitende Hebamme verdeutlichte eindrucksvoll die zentrale Bedeutung der emotionalen Betreuung von Frauen. Die Erfahrung von Sicherheit und Getragen-Sein, die im Klinikum Forchheim von Anfang an gezielt unterstützt werde, könne langfristig dazu beitragen, Ängsten vorzubeugen und die psychische Stabilität von Frauen zu stärken.

Hebammen sowie Geburtshelfer und Geburtshelferinnen nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein: Durch klare und wertschätzende Kommunikation und sensible Begleitung schaffen sie den Angaben zufolge einen Raum, in dem Vertrauen entstehen kann – eine wichtige Grundlage für eine positive Geburtserfahrung und darüber hinaus.

Abgerundet wurde das Programm durch den Beitrag der Oberärztin Charlotte Scherzinger, die Einblicke in das Thema Zungenband gab und über dessen Relevanz für die Stillbeziehung und die frühkindliche Entwicklung beleuchtete.

Der Kongress war laut Klinikum auch in diesem Jahr wieder sehr gut besucht und geprägt von einer offenen, kollegialen Atmosphäre. Der persönliche Austausch und die Möglichkeit, neue Perspektiven für den Berufsalltag mitzunehmen, sei von den Teilnehmerinnen besonders geschätzt worden. red