Die gegenwärtig laufenden umfangreichen Arbeiten zur Sanierung der Wasserversorgungsanlage des Marktes Wiesenttal befinden sich auf der Zielgeraden. Als letzte Maßnahmen im Leitungsnetz werden zurzeit in Oberfellendorf und Störnhof die Hausanschlussleitungen neu verlegt. Durch eine ca. sieben Kilometer lange Einspeisleitung wird künftig das Trinkwasser vom Wasserwerk in Streitberg zu dem auf 523 Meter über NN gelegenen Hochbehälter am Hohen Kreuz gepumpt. Eingebaut wurden Mehrschichtrohre aus Kunststoff. Im Hochdruckbereich sind es Rohre aus duktilem Guss. Die Verlegung erfolgte zum Teil in herkömmlicher, offener Bauweise, teils im Spül-Bohrverfahren.

Die Trasse verläuft durch das Lange Tal über Albertshof zum Wasserspeicher westlich von Engelhardsberg. Der Hochbehälter wird also künftig nicht mehr über das Ortsnetz in Muggendorf gespeist, sondern bekommt eine direkte Zuleitung. Der 500 Kubikmeter fassende überirdische Scheunenbehälter aus Edelstahl wurde bereits 2008 errichtet. Er versorgt in Zukunft Muggendorf, Haag, Wöhr, Engelhardsberg/Schottersmühle, Albertshof/Kuchenmühle, Neudorf, Oberfellendorf und Störnhof mit frischem Trinkwasser. Der Behälter oberhalb von Oberfellendorf wird aufgelassen. Die Orte Streitberg und Niederfellendorf sind weiterhin an den eigenen Hochbehälter im Schauertal angeschlossen, der saniert wurde. Außerdem wurden neue Edelstahlleitungen eingebaut. Außerdem wurde die Wasserkammer baulich getrennt. Auch Birkenreuth, Trainmeusel/Bärnecke und Wartleithen behalten ihren Wasserbehälter auf dem Bergrücken in der „Winterlohe“. Die beiden Wasserkammern wurden mineralisch saniert und die Leitungen erneuert.

Technische Aufrüstung

Das zentrale Wasserwerk in Streitberg wird von zwei nahen Tiefbrunnen im Wechsel versorgt. Die gesamte Pumpenanlage muss jedoch, auch wegen der höheren Druckverhältnisse, technisch aufgerüstet werden. Der Jahreswasserverbrauch im Wiesenttaler Netz beträgt ca. 160 000 Kubikmeter. Zu einer höheren Versorgungssicherheit wurde im Zuge der Baumaßnahmen eine Verbundleitung von der Aufseßgruppe ins Wiesenttaler Netz verlegt, die im Bedarfsfall geflutet werden kann.

Die Finanzierung erfolgt über die RZWAS, einem Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung zur Stärkung der regionalen Wasserversorgung. Bürgermeister Marco Trautner und Ingenieur Alexander Dürrschmidt rechnen mit einer Fertigstellung bis Ende 2022.