Schon 2008 hatte die Gemeinde geeignete Standorte für den Mobilfunk gesucht. Standorte , mit denen die Orte versorgt werden, ohne große Strahlenbelastung für die Bürger. Sechs das gesamte Gemeindegebiet umfassende Standorte hatte die Gemeinde ausgesucht. Und zwar unter den Gesichtspunkten Strahlenminimierung und unter Beachtung einer Balance zwischen „Versorgung und Vorsorge“, findet die FW-Fraktion.

Doch innerhalb der Gebiete mit Wohnbebauung hat die Gemeinde keinen Gestaltungsspielraum. Von dem Alternativ-Standort an der Kreisstraße bei Großenbuch werden die Bürger versorgt. Der vorherige von der Gemeinde angedachte Standort hatte sich als für den Betreiber ungünstig erwiesen. Das Biotop war als Grund genannt worden, wirtschaftliche Interessen vermutet Werner Kruckow (Grüne). Die Gemeinde hatte dann eine Alternative gesucht und diesen Standort oberhalb der Staatsstraße einstimmig beschlossen. Auch die Grünen stimmten dafür.

Die Alternative allerdings sorgte für eine emotionale Diskussion in einer Bürgerfragestunde. Zwar sind beide Standorte außerhalb der Ortschaft, doch der neue Standort ist näher an der Bebauung in Großenbuch. Schon in der Bauausschusssitzung am Tag vor der Gemeinderatssitzung war deshalb Hans Ulrich von der Firma Funktech Analyse zugeschaltet, der zu den beiden Standorten Stellung bezog. Zudem wurde seitens der Gemeinde ein Gutachten bezüglich der Strahlung des alternativen Standorts in Auftrag gegeben. Das Ergebnis liegt wohl erst Ende des Jahres vor.

„Wir können der Alternative solange nicht zustimmen, bis das Ergebnis vorliegt“, sagt Werner Kruckow auf Anfrage. Da noch keine Daten zur Strahlenbelastung vorliegen, forderten die Grünen, den Antrag zu vertagen.

Doch Mobilfunk wird von der Regierung als privilegiert eingestuft und auch die Gemeinde muss ihrem Auftrag einer flächendeckenden Versorgung nachkommen. „Beide Standorte abzulehnen, das darf nicht passieren. Dann wird der Funkmast auf dem freien Markt gehandelt“, meinte Bürgermeister Martin Walz ( CSU ) auf Anfrage.

Genau aus dem Grund, dass die Gemeinde das Regieheft aus der Hand gibt, wenn sich der Betreiber einen privaten Standort im Ort sucht, lehnte die Mehrheit des Gemeinderats den Antrag der Grünen auf Vertagung des Themas ab. „Wir betrachten den Standort weiterhin als guten Standort “, sagte Martin Mehl ( CSU ) auf Anfrage. Der Standort decke den ganzen Bereich Großenbuch ab, man müsse nicht ins Biotop und vor allem werde der Gemeinde die Entscheidung nicht aus der Hand genommen.

„Falls sich eine Privatperson dazu entschließt, auf ihrem Grundstück oder Haus eine Mobilfunksendestation installieren zu lassen, hat die Gemeinde keine Handhabe dagegen“, nannte Florian Hofmann für die Freien Wähler den Grund dafür, den Alternativstandort zu befürworten. „Der nun gewählte Standort U16 bietet alle technischen Voraussetzungen, füllt damit vorhande Funklöcher auf und minimiert gleichzeitig die potenzielle Strahlungsbelastung für die Bürger“, lässt die FW-Fraktion verlauten.

Obwohl auf Vorschlag des Sprechers der Großenbucher Dorfgemeinschaft, Ottmar Schmitt (GDG), im Beschluss festgehalten wurde, dass die Strahlenwerte unter dem Grenzwert liegen müssen, stimmte die Grünen-Fraktion dagegen. „Wir lassen uns vom Betreiber nicht unter Druck setzen“, sagt Kruckow. Mit 14 zu 4 Stimmen wurde dann die Alternative für den Mobilfunksendemast beschlossen.