Auf Einladung der Kreisjugendpflegerinnen des Kreisjugendrings Forchheim (KJR) trafen sich Fachkräfte der Jugendarbeit aus dem Landkreis zum Austauschtreffen „Runder Tisch Jugendarbeit “ in den Räumlichkeiten des KJR Forchheim .
Das Treffen findet in der Regel dreimal jährlich statt und bringt Fachkräfte aus der gemeindlichen, verbandlichen und offenen Jugendarbeit zusammen. Zudem nehmen Vertreter der Jugendsozialarbeit an Schulen (JAS), der Jugendkontaktbeamte der Polizei Forchheim , die Jugendhilfeplanerinnen des Landkreises sowie Vertreterinnen und Vertreter weiterer Institutionen teil.
Ziel des Austausches ist es, aktuelle Themen, Herausforderungen und Veranstaltungen aus den verschiedenen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit zu besprechen und sich über Entwicklungen im Landkreis auszutauschen. Zu Beginn des Treffens wurden zwei Projekte vorgestellt, die den Fachkräften einen Einblick in aktuelle Angebote für Kinder und Jugendliche im Landkreis gaben.
Aus aktuellem Anlass wurde die neu geschaffene Jugendsuchtberatungsstelle in Forchheim präsentiert. Die Einrichtung ist beim Sozialdienst katholischer Frauen Bamberg-Forchheim (SKF) angesiedelt und stellt aus Sicht der Fachkräfte eine wichtige Ergänzung in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Suchtproblematiken dar. Damit werde eine lange bestehende Versorgungslücke im Landkreis geschlossen.
Bereits im Jahr 2016 setzte sich der Kreisjugendring Forchheim demnach für die Einrichtung einer speziellen Beratungsstelle für suchtgefährdete, riskant konsumierende oder abhängige Kinder und Jugendliche ein. Das Thema blieb aktuell und beschäftigt bis heute zahlreiche Fachkräfte in der Jugendarbeit . Nicht zuletzt die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten – wie verschiedene Studien zeigten – zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen geführt. Dazu zählen unter anderem Defizite im Sozialverhalten, eine Zunahme psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angst- und Essstörungen sowie selbstverletzendes Verhalten. Auch riskanter Medienkonsum und andere problematische Konsummuster stellen zunehmende Herausforderungen dar.
Der Kreisjugendring Forchheim stellte daher 2023 erneut einen Antrag auf Einrichtung einer entsprechenden Beratungsstelle beim Jugendhilfeausschuss. Dieser wurde schließlich positiv entschieden, so dass die wichtige Stelle inzwischen geschaffen werden konnte. Seit Januar 2026 steht das Angebot nun zur Verfügung und konnte bereits erste Kinder und Jugendliche beratend unterstützen.
Die Beratung richtet sich an Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige und findet in den Räumlichkeiten der SKF-Beratungsstelle in der Dreikirchenstraße in Forchheim statt. Neben persönlichen Gesprächen vor Ort sind auch Chat- oder Videoberatungen möglich. Die Angebote sind kostenfrei und auf Wunsch anonym. Weitere Informationen sind unter skf-bamberg.de erhältlich.
Als weiteres Projekt stellte Claudia Tienz vom Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Forchheim das bundesweite Mentoringprogramm „Balu und Du“ vor. Das Programm orientiert sich an der Freundschaft zwischen „Balu“ und „Mogli“ aus dem „Dschungelbuch“. Auch hier stehe die persönliche Beziehung im Mittelpunkt: Ein Mentor oder eine Mentorin – „Balu“ genannt – begleitet ein Grundschulkind , den „Mogli“, im Alltag. Interessierte junge Erwachsene im Alter zwischen 17 und 30 Jahren können sich als Mentoren engagieren. Seit März 2025 besteht das Projekt in Forchheim und war damit der erste Standort des Programms in Franken. Weitere Informationen sind per E-Mail an balu-und-du@awo-forchheim.de erhältlich. red