Heimische Unternehmen schlagen Alarm: 89 Prozent haben mit gestiegenen Energiekosten zu kämpfen oder rechnen mit höheren Kosten, so die Ergebnisse einer Blitzumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges. Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth, fordert laut einer Pressemitteilung kurzfristig spürbare Entlastungen von Unternehmen und Verbrauchern.

Obwohl die Zahl der bei der IHK für Oberfranken Bayreuth gemeldeten Unternehmen mit Wirtschaftskontakten nach Russland (ca. 200), in die Ukraine (ca. 100) und Weißrussland (ca. 60) vergleichsweise überschaubar ist, sind die Auswirkungen von Krieg und Wirtschaftssanktionen längst zu spüren, am stärksten in der Industrie, aber auch im Großhandel.

Direkt betroffen vom Krieg mit der Ukraine oder den Sanktionen gegen Russland und Weißrussland sind laut IHK-Blitzumfrage 13 Prozent der befragten Unternehmen . Hinzu kommen aber weitere 68 Prozent, die indirekt betroffen sind, sei es wegen steigender Preise, Transportproblemen oder Lieferengpässen. „Die Auswirkungen des Krieges sind längst in Oberfranken angekommen“, macht IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner deutlich.

Die zuletzt stark gestiegenen Energiekosten machen den Unternehmen Kopfzerbrechen ebenso wie die Preisentwicklung für Rohstoffe und Vorleistungen (68 Prozent). 63 Prozent der Befragten geben Störungen in den Lieferketten und der Logistik an, 46 Prozent das komplette Fehlen von Rohstoffen. Hinzu kommen 29 Prozent, die schon Geschäftspartner verloren haben oder damit rechnen. 36 Prozent schließen einen Produktionsstopp nicht aus.

„Im Januar waren die oberfränkischen Unternehmen mit der aktuellen Geschäftslage noch vergleichsweise zufrieden und blickten vorsichtig optimistisch in die Zukunft“, so IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann. „Das hat sich in den vergangenen Wochen aber spürbar zum Schlechteren verändert.“ red