Zum Bericht „Hass-Plakat in Poppendorf“ vom 2 Juni:
Mit großer Bestürzung habe ich den Bericht über die öffentliche Diffamierung der ehemaligen Bürgermeisterkandidatin und heutigen Gemeinderätin Anne Mauser gelesen. Zunächst finde ich es richtig und wichtig, dass Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel diese Aktion klar verurteilt hat. Persönliche Anfeindungen und öffentliche Bloßstellungen haben in der Nachbargemeinde Heroldsbach nichts verloren.
Nicht nachvollziehen kann ich allerdings die Aussage, die Aktion habe nichts mit dem Geschlecht der Betroffenen zu tun. Die Botschaft der Plakate ist aus meiner Sicht eindeutig sexistisch. Hier sollte nicht eine politische Meinung kritisiert werden, sondern eine Frau gezielt herabgesetzt und lächerlich gemacht werden. Genau das macht diese Aktion so besonders widerwärtig.
Noch mehr beschäftigt mich aber die menschliche Seite dieser Geschichte. Anne Mauser ist nicht nur Gemeinderätin, sondern auch Ehefrau und Mutter von drei Kindern. Was macht es mit einer Familie, wenn die eigene Mutter öffentlich verspottet wird? Wie müssen sich ihre Kinder fühlen, wenn sie so etwas sehen oder davon hören? Und wie erschütternd muss es für ihren Mann sein, miterleben zu müssen, wie seine Frau zur Zielscheibe einer derart niederträchtigen Aktion wird?
Besonders beschämend finde ich, dass dies Monate nach einer längst entschiedenen Wahl geschieht. Es geht hier offensichtlich nicht mehr um politische Auseinandersetzung oder unterschiedliche Meinungen. Es geht allein darum, eine Frau zu verletzen, zu demütigen und öffentlich bloßzustellen.
Wer hinter dieser Aktion steckt, sollte sich fragen, welchen Beitrag er damit für das Zusammenleben in unserer Nachbargemeinde leistet. Demokratie lebt von Respekt, Fairness und dem Austausch unterschiedlicher Meinungen – nicht von Hass, Häme und persönlicher Herabwürdigung.
Mein Mitgefühl gilt Anne Mauser und ihrer Familie. Niemand sollte für sein Engagement für die Gemeinschaft auf diese Weise angegriffen werden müssen.
Peter-Christoph Gerdes
Hausen