Das Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit ist eigentlich der höchste Feiertag vor allem für die zahlreichen Wallfahrtsgruppen, die an diesem Tag in den größten Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands pilgern. In Zeiten von Corona war am Sonntag jedoch, wie auch schon letztes Jahr, alles anders als üblich.

Zum Patronatsfest der Basilika Gößweinstein ließ es sich trotz der Corona-Beschränkungen eine kleine Schar von Pilgern nicht nehmen, privat nach Gößweinstein zu wallen. Neben diesen Pilgern , den Angehörigen der Pfarrgemeinde und Gästen begrüßte Pfarrer Pater Ludwig Mazur als Ehrengast den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in Gößweinstein . Nicht nur die Basilika, sondern auch die Klosterkirche war gefüllt, und auch auf dem Basilikavorplatz nahmen einige Gläubige am Pontifikalgottesdienst teil.

Pfarrer Mazur erinnerte daran, dass die Corona-Pandemie Änderungen mit sich gebracht habe, die vorher keiner für möglich gehalten hätte. Gerade in dieser Zeit lernten die Menschen, dass sie für andere Segen sein sollten. So war es in Klöstern üblich, auf den Gruß „Benedicere“ mit „Deus benedicat te“, „Gott segne dich“, zu antworten. Erzbischof Schick stellte das Wort des Theologen Karl Rahner , „der Fromme oder auch der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, einer der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein“, in den Mittelpunkt. Diese These bewahrheite sich immer mehr. Durch die Naturwissenschaften oder auch die Erkenntnisse der Psychologie und der Soziologie scheine Gott keinen Platz mehr zu haben. Manchen falle es schwer, an einen Gott zu glauben, wie ihn die Tradition überliefere. Gleichzeitig fühlten sich heute aber auch viele Menschen von der Person Jesu Christi , vom Evangelium , seinen Werten und Tugenden angezogen und seien auch davon überzeugt. „Die Zahl der Christen wächst weltweit Jahr für Jahr“, stellte der Bamberger Oberhirte fest. Das größte Mysterium, das griechische Wort für das deutsche Wort Geheimnis, das das Christentum verkünde, sei die Allerheiligste Dreifaltigkeit, ein Gott in drei Personen. „Die Heiligste Dreifaltigkeit ist Ausdruck für Beziehungen zueinander, die von Liebe und liebendem Schöpfergeist erfüllt sind“, sagte Schick. Fromm sollten die Menschen sein, das heiße , aus dem Mysterium Gottes leben für die Mitmenschen , für die Gestaltung der Welt und der Zukunft. Dieser moralische Kompass solle zu Selbstlosigkeit für die Mitmenschen , zu Sinn und Ziel im Leben führen oder auch Trost spenden.

Die feierliche musikalische Gestaltung lag in den Händen des Basilikaorganisten Georg Schäffner. Gemeinsam mit seiner Tochter Julia Bogner übernahm er den Gesangspart, während Johann Hofmann aus Regenthal mit der Trompete eine festliche Stimmung entstehen ließ. Die Lesungen wurden von Barbara Weißenberger vorgetragen.