Nach der Rallye der vergangenen Monate bei den Forchheimer Konjunkturdaten gab es in der jüngsten Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken einen spürbaren Dämpfer. Der IHK-Klimaindex, der sich vom historischen Tiefststand seit Einführung dieser Kennzahl von 70 Punkten im Herbst 2024 auf 98 Punkte hochgekämpft hat, fällt auf 92 Punkte zurück.
Nachdem sich die wirtschaftliche Situation in der Region Forchheim seit Herbst 2024 laut Pressemitteilung der IHK stetig verbessert hatte, kommt dieser Aufwärtstrend nun abrupt zum Stillstand.
Die jüngste Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth zeigt demnach, dass zwar weiterhin knapp ein Viertel der befragten Forchheimer Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage positiv einschätzen (24 Prozent), gleichzeitig stieg aber die Zahl der Unternehmen mit einer negativen Lageeinschätzung von 23 auf 32 Prozent. Insbesondere die Kapazitätsauslastung ist den Angaben zufolge regelrecht abgestürzt. Während 30 Prozent eine volle Auslastung zu Protokoll geben, melden 42 Prozent der Unternehmen eine nicht ausreichende Auslastung. Zum Vergleich: Im Herbst verzeichneten noch 22 Prozent der Unternehmen im Landkreis Forchheim eine gute und nur 19 Prozent eine unzureichende Auslastung.
Schlechtes Signal
Der Saldo bei der Auftragslage bleibe negativ, stabilisiere sich aber spürbar – bei der Inlands- und noch mehr bei der Auslandsnachfrage. „Dass die vorsichtige Aufwärtsentwicklung der Geschäftslage jetzt wieder ins Stocken geraten ist, ja sich sogar umgedreht hat, ist kein gutes Signal zum Start ins neue Jahr. Die erheblichen Belastungen durch die hausgemachten Probleme in der Wirtschaftspolitik, flankiert durch Handelskonflikte und geopolitische Spannungen, weiterhin viel zu hohe Kostenbelastungen bei Arbeit, Steuern und Energie sowie eine schwache Nachfrage verhindern die wirtschaftliche Erholung“, so Michael Waasner , IHK-Präsident und Vorsitzender des Gremiums Forchheim .
Zusätzlich zu den wieder schlechteren Lageeinschätzungen lassen laut IHK auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate in der Region Forchheim nach. Während 20 Prozent der befragten Unternehmen einer Verbesserung ihrer Lage entgegensähen, gingen 28 Prozent von einer Verschlechterung aus. In der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst überwog noch ein leichter Optimismus. Die Unternehmen rechnen mit einer Negativentwicklung bei der Inlandsnachfrage, auch die erwartete Kapazitätsauslastung bleibt – trotz einer leichten Erholung – im Saldo negativ.
Es gibt auch positive Trends
Bei zwei Punkten gibt es allerdings optimistische Erwartungen. So rechnen die Unternehmen mit einer spürbaren Verbesserung der Auslandsnachfrage und bei den Investitionsabsichten im Inland und setzen sich damit von den meisten anderen oberfränkischen Teilregionen teilweise spürbar ab. Lag der Saldo beim erwarteten Auftragsvolumen im Herbst noch bei minus 15 Punkten liegt er nun bei plus sechs Punkten. Ähnlich die Entwicklung bei den Investitionsabsichten im Inland: Nach minus acht Punkten im Herbst liegt der Saldo nun bei plus fünf Punkten. Trotzdem beurteilen die Unternehmen die weitere Beschäftigtenentwicklung negativ: Während 13 Prozent einer steigenden Belegschaft entgegensehen, rechnen mit 26 Prozent doppelt so viele Befragte mit einer sinkenden Beschäftigtenzahl.
„Die Forchheimer Unternehmen zeigen, dass sie bereit sind, stärker im Inland zu investieren. Für eine positive wirtschaftliche Entwicklung ist nun entscheidend, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu steigern und neue Wachstumsimpulse zu setzen“, bilanziert Waasner . Das bedeute: „Die Wirtschaftspolitik muss wieder unternehmensfreundlicher werden. Arbeitskosten, Steuerlast, Energiepreise und vor allem die überbordende Bürokratie müssen gesenkt werden. Wir benötigen umfassende Reformpakete.“ red