Die 20 Flüchtlingsinitiativen im Landkreis Erlangen-Höchstadt (FiERH) wenden sich mit einem Schreiben an alle Abgeordneten aus dem Landkreis und bitten sie, sich dafür einzusetzen, dass Menschen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos in Deutschland und Europa aufgenommen werden, und zwar unverzüglich. Rund 12 500 Schutzsuchende - darunter über 4000 Kinder - seien obdachlos und ohne jegliche Versorgung komplett auf sich allein gestellt. Schutzsuchende würden berichten, dass sie ohne Wasser und Nahrung seien, heißt es in dem Schreiben, das FiERH-Sprecher Konrad Eitel aus Herzogenaurach unterzeichnet hat.

Er zitiert die Organisation "pro asyl": "Wir erwarten die gleichen Maßnahmen, wie wenn sich über 10 000 europäische Touristen in akuter Gefahr befänden: Temporäre Unterbringungen müssen geschaffen, die Essens- und Wasserversorgung sofort sichergestellt, medizinisches Personal muss eingeflogen werden. Nicht irgendwann, sondern sofort! Zeitgleich ist eine Luftbrücke zu organisieren, um die Schutzsuchenden möglichst schnell nach Deutschland und in andere europäische Länder auszufliegen." Diesen Forderungen schlössen sich die Flüchtlingsinitiativen des Landkreises an.

Kein Verständnis für Seehofer

Zahlreiche deutsche Städte hätten ihre Bereitschaft erklärt, Menschen von dort aufzunehmen. In allen Parteien gebe es mittlerweile Stimmen, die sich für eine Aufnahme von bis zu 5000 Geflüchteten aussprechen, auch von 15 CDU-Bundestagsabgeordneten. Deshalb sei nicht zu verstehen, dass die Bundesregierung und insbesondere Innenminister Seehofer anstatt zu handeln auf eine "europäische Lösung" verweisen, wohl wissend, dass diese nicht kommt, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Die Aufnahme von 400 Kindern könne und müsse ein Anfang sein, mehr nicht.

"Helfen Sie mit, dass die unzumutbaren Zustände für Geflüchtete auf den griechischen Inseln beendet werden und das Sterben im Mittelmeer ein Ende findet", appellieren Eitel und seine Mitstreiter an die Abgeordneten. red