Kann man Teenager für die Oper begeistern? "Ja, man kann", sagt Musiklehrerin Ulrike Wild von der Realschule Haßfurt und freut sich. Eine eindrucksvolle Aufführung des "Fliegenden Holländer" belegte ein gelungenes Experiment.
Die Geschichte vom "Fliegenden Holländer" beruht, wie auch der "Fluch der Karibik", auf einer Sage aus dem 18. Jahrhundert. Sie handelt von einem Kapitän, der dazu verdammt wurde, bis zum jüngsten Tag mit seinem Gespensterschiff auf den Weltmeeren umherzuirren, ohne je in einen Hafen einlaufen oder Erlösung im Tod finden zu können - es sei denn, er findet ein treues Weib.


Opernliteratur für junge Leute

Richard Wagner hat diesen spannenden Stoff einer seiner bekanntesten Opern zugrunde gelegt, und die Kinderoper "Papageno" aus Wien hat sich zum Ziel gesetzt, Opernliteratur einem jungen Publikum nahe zu bringen, so auch den "Fliegenden Holländer".


"Darsteller" ausgesucht

Die Fünft- und Sechstklässler der Realschule waren sofort begeistert, da sie selbst auch in Rollen schlüpfen durften und aktiv das Spiel mitbestimmen konnten. So wurde der Stoff im Musikunterricht besprochen, die wichtigsten Arien gehört, Texte gelernt, Szenen einstudiert und in einem Casting die "Darsteller" ausgesucht.
Und dann war es endlich soweit: Die Aufführung in der Mensa des Ganztagsgebäudes fand statt. Als die jungen Schauspieler in ihre Kostüme gehüllt auf der Bühne standen und die erste Probe mit den Opernsängern aus Wien lief, stieg die Spannung, und das Lampenfieber war groß. Und dann konnte es schließlich losgehen.
Alle Schüler waren mit großem Enthusiasmus dabei, da sie ja selbst in das Geschehen auf der Bühne einbezogen wurden. Die Arien wurden so arrangiert, dass sie auch für alle Besucher gut verständlich waren. Das unmittelbare Erleben der Sänger, Kostüme, Bühnenbild und Musik bescherten den Kindern eine Stunde voller Vergnügen, denn die Profis von der Kinderoper "Papageno" schafften es, die Oper in 60 Minuten auf die Bühne zu bringen und sie schülergerecht, witzig und spritzig zu inszenieren. Zu guter Letzt wurde in der Aufführung sogar der "Fliegende Holländer" gerettet. Die Lehrerschaft freute sich darüber, dass auch so viele Eltern die Einladung angenommen und ihre Kinder in die Welt der Oper begleitet hatten. Möglich gemacht hatte dieses Projekt eine Spende des Fördervereins und des Elternbeirates der Haßfurter Realschule (Schulzentrum). sw