Manchmal kommt das Schicksal dazwischen: Barbara Buntrock aus Wuppertal, die bekannte Violaspielerin und Violinistin, konnte aus gesundheitlichen Gründen ihren Termin im Kreiskulturraum nicht wahrnehmen.
Doch mit Malwina Sosnowski hatte das Wupper-Trio einen würdigen Ersatz gefunden. Sosnowski ist eine Viola-Virtuosin und gilt als eine der talentiertesten Violinistinnen der Schweiz. Sie reiste eigens aus Basel an - und begeisterte das Kronacher Publikum von der ersten bis zur letzten Note.


Gassenhauer zur Eröffnung

Mit einem echten "Gassenhauer" eröffneten Sayaka Schmuck (Klarinette), Andreas Hering (Klavier) und Malwina Sosnowski (Viola) die Konzertmatinee des VHS-Musikringes. Das Trio hatte sich opus 11 B-Dur von Ludwig van Beethoven ausgesucht: ein kurzweiliges, aber nicht minder anspruchsvolles Werk für Viola, Klarinette und Klavier. Seinen Namen trägt das Werk, weil sich Ludwig van Beethoven im dritten Satz von der komischen Oper "L'amor marinaro" (auch bekannt als "Der Pirat von Genua") von Joseph Weigl hat inspirieren lassen. Die Ursprungsmelodie des Terzetts "Pria ch'io l'impegno" (deutsch "Bevor ich ans Werk geh'"), einer der unvergessenen Schlager der damaligen Zeit, wurden interpretiert und verliehen dem Werk heitere Fröhlichkeit.
Doch auch die ersten beiden Sätze - ein harmonisches "Allegro con brio" und das sehnsuchtsvolle Adagio, das durch das Timbre der Viola seinen besonderen Charme bekam, gefielen dem Publikum.
Mit der Meditation für Violine und Klavier bewies Malwina Sosnowski, dass sie auf der Violine eine echte Meisterin ist. Sie stellte unter Beweis, dass sie mit den namhaften Violinisten wie Anne-Sophie Mutter, David Garrett, Joshua Bell und wie sie alle heißen, durchaus mithalten kann. Das Werk wird zwischen dem zweiten und dritten Akt der Oper gespielt und versinnbildlicht die Verwandlung von Thais, einer ägyptischen Kurtisane, zu einer Heiligen. Hauchzart ließ Malwina Sosnowski die Wandlung ausklingen - das Publikum wagte kaum, zu applaudieren - so viel Spannung lag in der Luft.


Melancholie und Furor

Im dritten Konzertteil spielte das Wupper-Trio den Nachtgesang in g-Moll aus Max Bruchs "Acht Stücke" für Klarinette, Viola und Klavier. Und auch das temperamentvolle "Allegro vivace, ma non troppo" in H-Dur gelang bestens.
Das Programm klang mit einem Abstecher in die Welt des Tangos aus. Sayaka Schmuck, Malwina Sosnowski und Andreas Hering hatten sichtlich Spaß daran, den "Tango nuevo" mit all seinen Facetten zu präsentieren: temperamentvoll, ein bisschen melancholisch, manchmal dramatisch, wehmütig, aber auch sehnsuchtsvoll und hintersinnig, präsentierte das Wupper-Trio Astor Piazzollas Interpretationen von "Frühling" und "Sommer".
Das Trio gab als Zugabe weitere Werke des Begründers des "Tango Nuevo" zum Besten: "Winter" aus dem Jahreszeiten-Zyklus und auch "Oblivion".


Ausflüge nach Argentinien

Das Kronacher Publikum, das sichtlich begeistert von den klassischen Werken war, bewies Weltoffenheit und zollte den anspruchsvollen Ausflügen in die Welt Argentiniens spontan großen Respekt.