Bad Neustadt — Seit über einem halben Jahrhundert treffen sich renommierte Burgenforscher aus und in mehreren Ländern Europas und diskutieren auf der Fachtagung "Château Gaillard" über ihre wissenschaftlichen Projekte. In diesem Jahr werden ab Samstag, 23. August, etwa 100 Archäologen, Bau- und Siedlungsexperten eine Woche lang in Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) zu Gast sein.
Der Titel des Kongresses - Château Gaillard - geht zurück auf die gleichnamige Grenzfestung in der Normandie im Norden Frankreichs, die der englische König Richard Löwenherz Ende des 12. Jahrhunderts errichten ließ. Unterhalb des Wehrbaus, in der kleinen Stadt Les Andelys, fand 1962 die erste Tagung statt. Seither wird im Zweijahresturnus jeweils in einem anderen Land ein Treffen organisiert.
Die Vorträge in Bad Neustadt drehen sich um das Thema "Burg und Handel". Exkursionen führen die Forscher durch Unterfranken, nach Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Besucht werden zum Beispiel die Ausgrabungen auf dem Veitsberg in Hohenroth bei Bad Neustadt, die Burgruinen Botenlauben bei Bad Kissingen sowie Karlburg bei Karlstadt (Lkr. Main-Spessart), die Festung Marienberg in Würzburg sowie die Henneburg und Wartburg in Thüringen. Am Sonntag, 24. August, laden "Château Gaillard" und die Stadt Bad Neustadt zu einem öffentlichen Festvortrag in den Bildhäuser Hof.
Dort wird ab 20 Uhr die Präsidentin der Deutschen Burgenvereinigung und ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner über "Die Bauten im Fürstbistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn" sprechen. cj