Anette Schreiber

"So was findet man normal nur im Zoo", schwärmt Margarete Schwemmlein. Sie meint damit wohl den Blickfang des Marktes, einen zotteligen, dunklen Poitou-Esel. Fast pferdegroß. Den bietet der aus Sachsen angereiste Händler Thomas Hörl in seinem Esel-Sortiment an. "Wir brauchen etwas Exotisches", sagt Anna Schwemmlein aus Hainert und meint damit nicht die Lamas, die Martin Sagmeister für seine Tochter Claudia Bühler hier anbietet.
Speziell der schwarz-weiß gescheckte Lamahengst Odin zieht auch die Blicke auf sich. Wie man erfährt, ein preisgekröntes Tier. Für stolze 1500 Euro wäre er zu haben. Allerdings verkaufen die Lichtenfelser die Tiere nur in Gruppenhaltung.
Kleine Esel hingegen gehen schon ab 450 Euro und auch einzeln an neue Besitzer. Das teuerste Pferd hat Kalli Denk aus Schwürbitz im Angebot: eine tragende Palomino-Stute für 7000 Euro. Teurer ist bei diesem Markt wohl nur ein Teil mit mehr Pferdestärken: "Side by Sides", vierrädrige, motorisierte Stallhilfen, die Lasten transportieren, aber auch kehren oder einen Platz abziehen können. Im Gegensatz zu den meisten anderen der gut 21 Fieranten ist Sascha Dietz erstmals hier, weil der Veranstalter - Familie Schmittlutz vom hier ansässigen Haflingerhof - selbst so eine Hilfe hat.


40 Helfer im Einsatz

Und beim Pferdemarkt dazu noch 40 menschliche Helfer: Wie etwa Monika Schrattenberger. Sie lernt bereits die nächste Schmittlutz-Generation (Eva, Mia, Lea, Jule und Paul) an der Kuchenausgabe an. Nesthäkchen Annas (4) Job: den Haufen zum Lachen bringen.
Das ist auch nötig, denn Tausende wollen wie immer am Pferdemarkt verköstigt werden. Pferdebegeisterte Mütter kommen mit ihren Kindern und oft schon Enkeln. So wie Sabine aus Großenseebach mit Jasmina und Claire jedes Jahr hier ist.
"Weil man hier alle trifft, die man das ganze Jahr nicht sieht", merkt Martina Basel, eine weitere Mutter aus Viereth, an. Sie steht am Stand von Marion Seebauer aus Hallstadt, die schuften muss, sich bei der eigenen Mutter abgemeldet hat. "Wird nachgeholt", versichert sie. Freilich gibt es hier auch Männer, so wie einen Vater aus Forchheim, dessen Frau arbeiten muss. So beschäftigt er Leander, Lara und Juli hier. Am Ende des Tages sind drei von sieben Eseln und sechs von 13 Pferden verkauft.