Ekkehard Roepert

Eine gute und eine weniger gute Nachricht für die Schule Kersbach. Gut ist, dass die Ursache für den Wasserschaden geklärt ist. Das bestätigt Sigrun Wagner, die bei der Stadt für Neubau- und Sonderprojekte zuständige Architektin. Die Brutto-Summe von 210 000 Euro werde von jener Sanitär-Firma beglichen, die beim Verlegen eines Rohrs einen Montagefehler gemacht habe. Weniger erfreulich aber ist: Die Außenanlagen der neuen Schule werden auch zu Beginn des kommenden Schuljahres nicht fertig sein.
Zur Erinnerung: Zwischen Weihnachten und Silvester 2017 begann Wasser in den Technikraum der neuen Schule zu fließen. Das Wasser hatte sich im gesamten Estrich verteilt. Lange war dann unklar, wer für den Schaden aufkommen muss. Sie sei froh, sagt Sigrun Wagner, dass diese Frage "nach vielen Gesprächen mit Firmen und Fachplanern ohne Beweissicherungsverfahren intern geregelt werden konnte". Das habe der Stadt "viel Geld und Zeit erspart".


Aufgegrabener Schulhof

Nachdem die Leitung nun repariert sei, können im Juli die Arbeiten an den Außenanlagen beginnen, sagt Wagner. Zum Schuljahresbeginn 2018 sei das Gebäude "voll funktionsfähig".
Die Außenanlagen würden aber nicht vor November nutzbar sein. Hätte es den Wasserschaden nicht gegeben, wären die Außenanlagen schon fertig, sagt Wagner.
Dass der Schulhof "nach wie vor aufgegraben" sei, das werde im Ort mit einem gewissen Unmut registriert, sagt der in Kersbach lebende Stadtrat Ludwig Preusch (FW). Wiederholt hätten sich Eltern an ihn gewandt. Ihre Klage: Die Schüler haben wenig Platz außen im Freien. Auch die Mittagsbetreuung am Nachmittag sei problematisch.
Diese Betreuung wird vom Kinderschutzbund geleistet. Dessen Vorsitzende Lisa Hümmer bestätigt die Unzufriedenheit der Eltern: Im Sommer sei es belastend, wenn die Kinder den Außenbereich nicht nutzen könnten. "Gerade für die Jungs passt das überhaupt nicht, die wollen nicht nur malen", sagt Lisa Hümmer.
Auch David Hentschel (Konrektor der Martinschule und Ansprechpartner für die Außenstelle Kersbach) wird allmählich ungeduldig: "Der Alltag ist gesichert, die Kinder können in der Pause raus. Aber es ist schon beengt und es zieht sich sehr lange hin."
Es gebe "kaum Beschäftigungsmöglichkeiten" für die Kinder, weil das Klettergerüst, die Wiese und die Laufbahnen fehlten. "Eine Verzögerung von zwei oder drei Monate wäre hinnehmbar gewesen", sagt David Hentschel. Aber dass die "einfache Wiese" zwischen Schule und Turnhalle noch immer nicht fertig sei, erschwere die Abläufe: "Um zur Turnhalle zu kommen, müssen die Kinder den Weg außen herum durch die Siedlung nehmen. So verlieren sie eine viertel Stunde des Sportunterrichts." Daher will Ludwig Preusch "drauf dringen, dass die Außenanlage wenigstens zum neuen Schuljahr fertig ist." Der Pausenhof sei "relativ klein", sagt der FW-Stadtrat und fühlt sich vom Ansinnen seiner Fraktion bestätigt: "Die wollte mit der neuen Schule in das Gebiet Pointäcker rein."
Nun könnte sich der Neubau auf dem Standort der alten Schule als unüberlegt herausstellen, befürchtet Ludwig Preusch: "Wenn Kersbach wächst, wird man eine zweite Schule bauen müssen. Stattdessen hätte man im Pointäcker einen zweiten Kindergarten mit der Schule verbinden können."