Andreas Dorsch Der rund um die Uhr mitten durch Gremsdorf rollende Auto- und Lkw-Verkehr hat längst ein unzumutbares Ausmaß erreicht. Der Ruf der Gremsdorfer nach einer Umgehung für die B 470 ist von Politik und Behörden erhört worden. Im Verkehrswegeplan des Bundes hat die Umgehung Gremsdorf inzwischen höchste Dringlichkeit. Offen ist nur noch, wo die Trasse verlaufen soll.

Mit Hochdruck laufe derzeit die Suche nach einer Vorzugsvariante, sagt Anatol Kiesel-Peiker, Abteilungsleiter Planung beim zuständigen Staatlichen Bauamt Nürnberg. Drei Umgehungsvarianten werden untersucht: eine im Süden um den Ort herum, eine im Norden durchs Aischtal und auch eine Untertunnelung.

"Es gibt noch keinen Favoriten", versichert Planungschef Kiesel-Peiker. Die mit Abstand teuerste Variante Untertunnelung hat wohl weniger Chancen. "Aspekte" sieht er dagegen sowohl für eine Nord-, als auch für eine Süd-Umgehung. Der Planer spricht von einem "recht aufwendigen Prozess", bei dem sehr viele Interessen abgewogen werden müssen. Dazu zählen die der betroffenen Kommunen, des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft. Nach Abwägung aller Interessen wird sich eine Vorzugsvariante herauskristallisieren, die dann weiter verfolgt wird.

Nachdem die Umgehung Gremsdorf beim Bund in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wurde, kann sich Kiesel-Peiker gut vorstellen, dass der Durchgangsverkehr in fünf bis zehn Jahren aus Gremsdorf verbannt sein könnte. Ziel des Bundes ist es, alle vordringlichen Projekte bis 2030 umgesetzt zu haben. Beim Staatlichen Bauamt in Nürnberg will man aber schneller sein.

Allerdings hängt der Bau der Umgehung laut Planungschef Kiesel-Peiker "auch von den Gegenströmungen ab". Mit Gegenwind rechnet Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter (CSU) bei allen Varianten. Von einer Trasse durchs Aischtal wären wohl die Bewohner des alten Dorfs nicht begeistert, vermutet der Bürgermeister, bei einer Südumgehung die im Neubaugebiet und auch gegen einen Tunnel könnte es Widerstand geben.

Norbert Walter drängt auf eine Umgehung und Verkehrsberuhigung so schnell wie möglich: "Ich würde sofort alles unterschreiben." Er könnte inzwischen mit allen Varianten leben und fürchtet nur die Variante vier: "Es bleibt alles, wie es ist."

Welche Kosten der Bau einer Ortsumgehung für Gremsdorf mit sich bringen wird, lässt sich laut Kiesel-Peiker derzeit noch nicht abschätzen. Bürgermeister Walter erinnert sich an die ersten Kostenberechnungen. Demnach lag die Südumgehung bei 15 Millionen Euro, die Nordumgehung bei 20 bis 30 Millionen und die Untertunnelung bei 40 Millionen aufwärts.

Vom Anlaufen der Voruntersuchungen zeugt dieser Tage ein Bohrgerät, das entlang der möglichen Trassen für ein hydrogeologisches Gutachten knapp 20 Grundwasser-Messstellen im Boden versenkt. Wie Planungschef Kiesel-Peiker erläutert, sollen diese Messstellen mindestens ein Jahr lang Daten liefern.