Stefan Arneth und Anna Nagengast vom Staatlichen Bauamt Bamberg stellten in der letzten Sitzung des Strullendorfer Gemeinderats die Pläne für den geplanten Ausbau der Staatsstraße 2188 zwischen Mistendorf und Zeegendorf vor. Es waren hier zwischen 2017 und 2019 drei Unfälle mit Personenschäden zu beklagen.

Neben der baulichen Ertüchtigung der Strecke ist es die Errichtung einer Amphibienleiteinrichtung, die die Maßnahme dringend notwendig erscheinen lässt. Bereits seit 2003 gibt es einen stationären Verbau, einseitig auf der linken Seite, von Mistendorf nach Zeegendorf, mit Abschlusskästen. Es wurden immer wieder starke Amphibienwanderungen durch die Untere Naturschutz Behörde gemeldet, so dass im Frühjahr 2017 erstmals ein mobiler Amphibienfangzaun aufgestellt wurde. Die bereits fest installierte Amphibienleiteinrichtung ist weiterhin funktionsfähig, doch von Seiten der Fachleute werden zusätzliche Leiteinrichtungen mit Fahrbahndurchlässen als notwendig erachtet.

Das Staatliche Bauamt hat auf dieser rund einen Kilometer langen Strecke einen überdurchschnittlichen Unterhaltsaufwand durch den schlechten baulichen Zustand festgestellt, sodass man sich zu einem bedarfsorientierten Ausbau entschlossen hat. So soll die Fahrbahnbreite von 5,60 Meter im Bestand auf 6,50 Meter, die Bankettbreite von jetzt streckenweise weniger als einen Meter auf 1,50 Meter und die Querneigung von weniger als 1,0 Prozent auf 2,5 Prozent vergrößert werden. Damit will man die Verkehrssicherheit erhöhen, den Erhaltungsaufwand vermindern und den Amphibienschutz stärken.

Baubeginn ab 2022

Anna Nagengast erläuterte dem Gemeinderat das weitere Vorgehen der Maßnahme. Nach der Zustimmung des Gemeinderats erfolgt die Ausarbeitung des haushaltsrechtlichen Vorentwurfs und die hausinterne Genehmigung. Nach dieser werden ab 2021 die Plangenehmigungsunterlagen aufgestellt und der Bau soll ab 2022, vorbehaltlich der vorhandenen Haushaltsmittel, erfolgen. Geplant ist die Maßnahme innerhalb eines Jahres durchzuführen. Dazu wird eine Vollsperrung der Strecke notwendig sein.

Bereits im Vorfeld wurde der Gemeinde Strullendorf mitgeteilt, dass aufgrund der Verkehrszahlen vom staatlichen Straßenbauamt kein straßenbegleitender Fahrradweg vorgesehen ist. Stefan Arneth verwies dazu auf den in rund 400 Metern parallel zur Staatsstraße laufenden Wirtschaftsweg, der als Geh- und Radwegverbindung ausgewiesen ist.

Für Markus Hammrich vom Landratsamt Bamberg, seit 2018 der Ansprechpartner für Mobilität und Verkehr, ist dieser Weg aus der Sicht des zusammen mit den Landkreisgemeinden erarbeiten Alltagsradverkehrskonzepts keine Alternative. Sei sie doch eher eine "touristische Strecke", mit bewegter Topographie, verwinkelten und unübersichtlichen Ecken und traktorverschmutzten Abschnitten. Für ihn wäre ein Radweg entlang der Staatsstraße mit ihrer "alltagstauglicheren" Linienführung ein wichtiges Angebot. Es gebe weniger "unnötige" Höhenmeter zu überwinden und mit einer angepassten Planung des Staatlichen Bauamts, so unter anderem mit einer Verlängerung der Baumaßnahme bis zur Ortsdurchfahrt Zeegendorf, einer sicheren Querung durch Mistendorf und letztendlich einer Verlängerung des Radwegs bis Leesten.

Finanzierungskonzepte

Ähnlich sah es auch Strullendorfs Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU), der grundsätzlich Radwege an Staatsstraßen, die Radler alternativ und gefahrlos zügig von A nach B leiten, für sinnvoll hält. Nach seiner Meinung gehören zur Alltagsradwegeplanung auch Finanzierungskonzepte, und die Umsetzungskosten dürften nicht alleine bei den Kommunen bleiben. Für den Radweg Mistendorf - Zeegendorf könnten Mittel aus dem Sonderbaulast-Programm beantragt werden. Nach aktuellem Stand würden Kosten von 300 000 Euro anfallen, von denen es eine Förderung von 75 Prozent plus X möglich wäre. Es wäre daher in Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken zu prüfen, ob dieser Geh- und Radweg im Rahmen der Sonderbaulast durch die Gemeinde in eigener Zuständigkeit errichtet werden kann. Im Anschluss daran wäre dann eine Sonderbaulastvereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt abzuschließen, in der die Planung, Baudurchführung und Baulast geregelt werden.

In der sich anschließenden Diskussion im Gemeinderat wurde ausführlich über die Notwendigkeit eines solchen Radweges diskutiert, aber auch Argumente, die den nahe gelegenen Wirtschaftsweg als ausreichend erachteten, wurden vorgebracht. Zu einer abschließenden Entscheidung wird es in einer der nächsten Sitzungen kommen.