Bernhard Panzer

Für den vierspurigen Ausbau eines weiteren Teilbereichs der Nordumge-hung besteht derzeit kein Bedarf. Das verdeutlichte Lisa Bauersachs, die neue Abteilungsleiterin beim Staatlichen Bauamt für den Bereich Herzogenaurach.
Sie war in die Sitzung des Bauausschusses geladen, um einen Lagebericht zu erstatten. Grund waren unter anderem die wiederholten Hinweise der CSU-Fraktion auf Staus zwischen den Kreuzungen des Hans-Ort-Rings mit Flughafenstraße und Bamberger Straße. Und der deshalb gestellte Antrag, genau dieses Teilstück auszubauen, das zwischen den Knotenpunkten 75 (Puma-Kreuzung) und 80 (Bamberger Straße) liegt.
Bauersachs sagte wörtlich: "Der Bedarf für einen Ausbau muss da sein. Er ist zum momentanen Zeitpunkt nicht gegeben." Allerdings bedeutet das nicht, dass man sich den Aussagen verschließt. Auch wenn sie schon selbst vor Ort gewesen sei und keine Staus bemerkt habe, wisse man doch von den Äußerungen.
Diese verdeutlichte Bernhard Schwab (CSU) dann in der Sitzung noch mal. In Stoßzeiten gebe es regelmäßig Staus, sagte er: In den Morgenstunden bis zurück zum Vogelherd, abends in andere Richtung bis zur Puma.
Die Abteilungsleiterin sagte zu, dass jetzt zunächst andere Maßnahmen geprüft und auch angewandt werden, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Sie hatte Klaus Mühlek und Roland Jordan als Ampelexperten der Behörde mitgebracht. Mühlek: "Das erste, was angegangen wird, sind exakte Zahlen."
Denn seit der Hans-Ort-Ring von der Stadt an das Staatliche Bauamt übergegangen sei, habe es keine Zählungen gegeben. Mit anwesend war Günther Wolffrum vom gleichnamigen Ingenieurbüro, der die Funktionsweise der Ampelschaltungen und die möglichen Maßnahmen eindrucksvoll erläuterte. Auch er betonte, dass man jetzt erstmals den Rückstau erfassen werde, um den Bedarf zu erkennen. Diese Verkehrszählungen sollen unter anderem mit Kameras und Videoaufzeichnungen geschehen. CSU-Stadtrat Kurt Zollhöfer bewertete das positiv: "Für mich ist der Einstieg in die Verkehrszählung die wichtigste Aussage des Abends."


Schläferlöcher

Wolffrum machte auch die Lücken zwischen den Fahrzeugen für das Umschalten der Ampeln mit verantwortlich. Wenn in der Hauptfahrtrichtung sogenannte Schläferlöcher auftauchen, wie er das bezeichnete, dann störe das den Fluss. Aber es sei nun mal so, dass Autos keine berechenbare physikalische Größe wie beispielsweise Wasser darstellen, beschrieb er es. Die kämen, wann sie wollen.
Jedenfalls habe man das Problem erkannt und werde nun eine videogestützte Verkehrszählung und die Erfassung der Rückstaus als Basis für längerfristige Betrachtungen hernehmen. Gleichzeitig werde man versuchen, "aus der Ampel noch was rauszuholen", ergänzte Lisa Bauersachs. Wenn das nichts fruchtet, könne man über andere Maßnahmen nachdenken.
Handlungsbedarf gebe es übrigens auf der ganzen Länge zwischen Vogelherd und Neuses. Dort wurden drei Knotenpunkte betrachtet, an denen man verbessern will: K80 (Kreuzung Bamberger Straße), K50 (Peter-Fleischmann-Straße/Adidas-Outlet) und K30 bei Neuses. Am Knotenpunkt K30 geht es darum, den "Zähfluss auf die Autobahn" zu beschleunigen, am K50 soll die Kreisstraße mehr Grün bekommen respektive die Abbieger, die von Adidas her kommen. Angemerkt wurde, dass dort ja etwa 5000 Parkplätze entstehen.
Eines allerdings müsse man wissen: Alle Knotenpunkte seien voneinander abhängig. Wenn man den von der CSU gewünschten vierspurigen Ausbau mache, dann "treiben wir den Belzebub um eine Station weiter zum Vogelherd", sagte Wolffrum mit blumigen Worten. "Dann ist dort Stau." Man könnte natürlich in ein paar Jahren dann auch dort vierspurig ausbauen, ergänzte er, rein technisch betrachtet.